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Nationalteam testet heute in Frankreich © getty images

Das Eishockey-Nationalteam bestreitet diese Woche drei

Das Eishockey-Nationalteam bestreitet diese Woche drei Länderspiele.

Heute abend (20.00 Uhr) treffen die Schweizer in Grenoble zuerst auf Frankreich, danach folgt am Freitag und Samstag in Herisau die "Arosa Challenge".

Am Vierländerturnier im Appenzellerland nehmen die Slowakei, Weissrussland und Dänemark teil. Der Turniersieger wird erstmals in Halbfinals (am Freitag) und Finals (Samstag) ermittelt. Die Schweizer spielen in Herisau zuerst gegen Dänemark (Freitag, 19.30 Uhr).

Die Ausgangslage präsentiert sich diesmal komplett anders als im November, als das Eishockey-Nationalteam als U25-Auswahl an den stark besetzten Deutschland-Cup nach München reiste. Diesmal treten die Schweizer als Nummer 7 der Weltrangliste als haushoher Favorit an -- zumindest heute in Grenoble gegen Frankreich (Nummer 15) und am Freitag gegen Dänemark (Nummer 13). Gegen Frankreich verlor die Schweiz seit 1994 kein Testspiel mehr; gegen Dänemark resultierte noch überhaupt nie eine Niederlage. Sean Simpson: "Wenn die Schweizer Nationalmannschaft spielt, sollte man immer um den Sieg mitreden können. Und am Heimturnier wollen wir erst recht gute Leistungen zeigen."

Diesmal verdient das Team von Sean Simpson die Bezeichnung Nationalmannschaft vollauf. Im Aufgebot figurieren 14 "richtige Nationalspieler", also Akteure, die schon mindestens einmal an einer Weltmeisterschaft oder an Olympischen Spielen mit von der Partie waren. Die grösste Routine bringen Mathias Seger und Sandy Jeannin mit (16 Turniere), gefolgt von Martin Plüss (13).

Sogar der einzige Debütant bürgt für Routine: Denn ausgerechnet der älteste Akteur im Aufgebot dieser Woche erhielt erstmals ein Aufgebot für die A-Nationalmannschaft. 17 Jahre nach einer Teilnahme an der U20-WM darf sich Jörg Reber (Langnau) auch noch im A-Team präsentieren. Und Reber stellt sogleich einen Rekord auf: er ist mit 36 Jahren und 7 Monaten der älteste Schweizer Debütant aller Zeiten. Für sein erstes Länderspiel vom Dienstagabend in Grenoble nahm er einen Anlauf über 943 Nationalligaspiele.

Ansonsten lässt sich nicht viel reininterpretieren in Sean Simpsons zweites Aufgebot in dieser Saison. Die Spielerliste entstand unter Sachzwängen. So wird kein Akteur vor der WM-Vorbereitung zu allen drei Nationalmannschaftsterminen aufgeboten; ausserdem stehen diese Woche die Spieler der Spenglercupteilnehmer Davos und Servette (mit Ausnahme von Morris Trachsler) nicht zur Verfügung. "Die Aufgebote sind ein kompliziertes Puzzle geworden", sagt Sean Simpson. "Man muss den Überblick behalten. Als ich das aktuelle Aufgebot erstellte, hatte ich auch den Februartermin bereits im Hinterkopf. Wichtig ist dabei vor allem eines: Wir müssen nicht am Dienstag in Grenoble die stärkstmögliche Mannschaft auf dem Eis haben, sondern im Frühling an der WM in der Slowakei."

Bereits zum zweiten Mal diese Saison stehen Daniel Manzato, Eric Blum, Patrick von Gunten, Matthias Bieber und Kevin Lötscher im Aufgebot. Vom letztjährigen WM-Team erhielten neben den drei Servettiens Goran Bezina, Thomas Déruns und Tobias Stephan und dem verletzten Julien Vauclair (Lugano) erst Paolo Duca, Timo Helbling, Marcel Jenni und Romano Lemm noch kein Aufgebot. Simpson: "Ob die alle im Februar mit dabei sind? Das kann ich so jetzt noch nicht sagen. Für ein Aufgebot will ich vor allem gute Leistungen in der Liga sehen."

Die bestmöglichen Teams nominierten die ersten beiden Schweizer Gegner, Frankreich und Dänemark. So wie die Schweiz während der Saison nicht gegen die Topnationen Russland, Tschechien, Schweden und Finnland testen kann, stellen für Frankreich und Dänemark Vergleiche gegen die Schweiz (und/oder die Slowakei) eine willkommene Abwechslung dar. Frankreich bemühte sich zwar erfolglos um Cristobal Huet (vertragliches Problem mit der NHL) und Sébastien Bordeleau (Absage), dennoch figurieren im Aufgebot sechs Auslandsöldner. Und auch die Dänen nehmen ein halbes Dutzend Legionäre (aus Schweden) mit an die Arosa Challenge.

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