Neben dem Fernduell zwischen YB und Basel um den Titel steht in der 24. Runde der Axpo Super League der Kampf um (Europacup-)Platz 4 im Fokus. GC könnte auf Kosten von Gegner St. Gallen auf einen europäischen Platz vorrücken.

Nur fünf Punkte liegen das viertplatzierte St. Gallen und der FC Zürich als Achter momentan auseinander. Fünf weitere Teams hinter den drei Erstplatzierten können sich demnach noch realistische Hoffnungen machen, sich im Sommer auf der europäischen Fussballbühne präsentieren zu dürfen. Die besten Chancen eröffnen sich dabei ausgerechnet den Grasshoppers, die noch nach Runde 5 im letzten August auf dem letzten (!) Tabellenplatz rangierten.

Die Grasshoppers sind das Team der Stunde, sie haben fünf der letzten sechs Spiele gewonnen. GC hat diese Woche auch die beiden Partien gegen Basel und Aarau siegreich gestaltet und schloss damit bis auf einen Zähler zum morgigen Gegner St. Gallen auf. Bleibt die Mannschaft von Ciriaco Sforza auch in den beiden Nachholspielen gegen den FCZ und Sion ohne Verlustpunkt, wäre sie punktemässig sogar schon auf Augenhöhe mit den drittplatzierten Luzernern. Die Hoffnung auf einen Europacup-Platz für die noch vor kurzer Zeit finanziell am Abgrund stehenden Zürcher ist damit mehr als realistisch.

Doch auch die St. Galler haben Europacup-Luft gewittert. Den Ostschweizern bietet sich gleich auf zwei Ebenen die Möglichkeit, europäisch zu werden. Zum einen in der Meisterschaft als Dritter oder Vierter, zum anderen im Cup, falls sie gegen Lausanne in den Final einziehen und dort auf den FC Basel treffen. Dann wären sie auf jeden Fall via Cup für den Europacup qualifiziert.

Sollte St. Gallen die Saison auf den ersten vier Plätzen beenden und sich via Cup für den Europacup qualifizieren, würde sich gar dem Meisterschafts-Fünften die Chance eröffnen, auf die europäische Bühne zu springen. Die Spannung bleibt der Axpo Super League demnach auch erhalten, obwohl nur noch je zwei Teams um den Titel und gegen den Abstieg kämpfen.

Im Titelkampf steht der FCB wohl vor der schwierigeren Aufgabe als Leader YB, der morgen zu Hause gegen Sion spielt. Der letzte Meisterschaftserfolg der Walliser in Bern liegt bereits über 13 Jahre zurück. Die Basler müssen derweil beim FC Luzern antreten, was zwangsläufig Erinnerungen an das letzte Duell auf der Gersag in Emmenbrücke weckt: 5:4 gewann der FCB im Herbst, nachdem er in der 91. Minute noch 3:4 zurückgelegen hatte.

Das Messer am Hals hat Bellinzona-Trainer Alberto Cavasin. Nach sechs Niederlagen in Folge kann sich der Italiener heute gegen Neuchâtel Xamax keinen weiteren Ausrutscher mehr leisten, sonst muss er seinen Platz auf der Trainerbank gemäss Tessiner Medien räumen. Als Nachfolger wird bereits Arno Rossini, der momentane Assistent von YB-Trainer Vladimir Petkovic, genannt. Dumm nur für Cavasin, dass Xamax just vor Wochenfrist gegen Leader YB zum Siegen zurückgekehrt ist und viel Moral getankt hat.

Verliert Bellinzona erneut, droht den Tessinern Gefahr von hinten. Schlusslicht Aarau ist gegen den FC Zürich im Brügglifeld durchaus ein Punktgewinn zuzutrauen, auch wenn es zuletzt viermal in Serie verloren hat. Doch auch die Zürcher traten in diesem Jahr noch nicht sehr stilsicher auf, trotz des Vollerfolges zuletzt gegen Luzern. Vielleicht aber ändert das bald, Spielmacher Yassine Chikhaoui soll nach über neunmonatiger Verletzungspause heute Abend erstmals wieder einsetzbar sein.

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