Tiger Woods zeigt wieder Golf erster Güte - als hätte es den Skandal der letzten fünf Monate nicht gegeben.

Bei seinem Comeback in der Auftaktrunde des 74. US Masters in Augusta spielte der 34-jährige Superstar in grandioser Weise auf. Mit 68 Schlägen (4 unter Par) belegt er den 7. Zwischenrang, nur zwei Schläge hinter dem allein führenden amerikanischen Senior Fred Couples, dem Masters-Champion von 1992.

Die 68 Schläge bedeuten sogar die beste Runde, die Tiger Woods zu Beginn des US Masters jemals gespielt hat. Am prestigereichsten Einzelturnier, das er bereits viermal gewann (1997, 2001, 2002, 2005) war er nie besser als mit 70 Schlägen gestartet. Sein Durchschnitt der Masters-Auftaktrunden liegt bei über 72 Schlägen. Er spielte überdies zwei Eagles (2 unter Par) in einer Runde; auch das war ihm in Augusta noch nie gelungen.

Viele hatten vermutet, die langen Wochen und Monate, in denen Woods nur wegen seiner Sexsucht und seiner ehelichen Untreue Schlagzeilen gemacht hatte, würden sich vor allem auf den mentalen Bereich des Spiels negativ auswirken. Weit gefehlt. Der 14-fache Majorturnier-Gewinner trat selbstbewusst und mit einer überzeugenden Körpersprache auf. Dass ihn die Fans während der ganzen Runde anfeuerten, dürfte ihm die Sache noch leichter gemacht haben.

Die zweite grössere Geschichte der ersten Runde im Augusta National Golf Club schrieb der Amerikaner Tom Watson. Der 60-jährige Veteran, der Masters-Champion von 1977 und 1981, spielte noch einen Schlag besser als Woods und liegt an zweiter Stelle. Letzten Juli hätte er beinahe zum sechsten Mal das British Open gewonnen; er scheiterte erst im Stechen an seinem Landsmann Stewart Cink.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel