Genève-Servette hat die Berner Festgemeinde in der Playoff-Final-Serie mit dem ersten Auswärts-Break geschockt.

Für den Ausschluss von Travis Roche in der Overtime bezahlten die siegesgewissen Berner den Höchstpreis: Goran Bezina fand in der 64. Minute im Powerplay den gewünschten Raum zum präzisen Schlenzer zum 3:2 vor, womit er in der Best-of-7-Serie das 2:3 erzwang und dem SCB zugleich die (vorbereitete) Meisterparty verdarb.

Die Leidenszeit zog sich in die Länge, weil dem SCB während des fünfminütigen Ausschlusses von Genfs Topskorer Tony Salmelainen die Wende zum Glück nicht gelang. Die Overtime endete aus Sicht der in der restlos ausverkauften PostFinance-Arena erstmals geschlagenen Einheimischen dann im Frustzustand, derweil die Genfer vor ihren Fans einen wilden Tanz aufführten.

"Macht das Dutzend voll!" Ihre unmissverständliche Botschaft hatten die euphorischen SCB-Fans den Spielern auf einem riesigen Transparent präsentiert. Für die Genfer war im Berner Wunschkonzert nur eine Nebenrolle vorgesehen. Die Kulisse wäre bereit gewesen, den zwölften und entscheidenden Sieg für den zwölften Meistertitel zu zelebrieren.

Dass der SCB im wichtigsten Heimspiel der Meisterschaft auf erheblichen Widerstand stossen würde, zeichnete sich bereits im Startdrittel ab. McSorleys dezimierte Equipe verkaufte sich teuer. Déruns markierte in der 5. Minute nach einem feinen Solo das 1:0. Den unverhofften (Powerplay-)Vorteil verwalteten die Servettiens lange geschickt. In der Defensive boten sie dem anstürmenden Favoriten während den ersten 20 Minuten kaum eine Angriffsfläche.

Erst als Trevor Meier nach einem Slapshot Gerbers den Abspraller zum 1:1 verwertete, kam der SCB mit reichlich Verspätung auf Touren. Das Publikum reagierte sofort - der gewaltige Support war nun flächendeckend. Und vor der vermutlich lautesten Stehrampe Europas spielte Larry Huras' Team fortan nur noch im Vorwärtsgang.

Eine Flut von Chancen erzwangen die Berner trotz ihrer permanenten Scheibenkontrolle zunächst nicht. Im Gegenteil: Reto Suri schloss das einzige Break der Gäste gar mit dem 2:1 ab. Der Gegenschlag folgte indes nur 105 Sekunden später. Travis Roche traf nach einer brillanten Finte in Überzahl zum zwischenzeitlichen Ausgleich (53.).

Die Fortsetzung der nationalen Hockey-Krimiserie folgt am Donnerstag im Tollhaus "Les Vernets".

Bern - Genève-Servette 2:3 (0:1, 1:0, 1:1, 0:1) n.V. - PostFinance-Arena. - 17'131 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kurmann/Reiber, Wehrli/Wirth. - Tore: 5. Déruns (Rubin/Ausschluss Gamache) 0:1. 25. Trevor Meier (Beat Gerber, Pascal Berger) 1:1. 52. (51:13) Suri (Rivera) 1:2. 53. (52:58) Roche (Ausschluss Breitbach) 2:2. 64. Bezina (Ausschluss Roche) 2:3. - Strafen: 6mal 2 Minuten gegen Bern, 5mal 2 plus 5 Minuten (Salmelainen) plus Matchstrafe (Salmelainen/im nächsten Spiel gesperrt) gegen Genève-Servette. - PostFinance-Topskorer: Rüthemann; Salmelainen.

Bern: Bührer; Beat Gerber, Josi; Roche, Philippe Furrer; Jobin, Hänni; Dominic Meier, Stettler; Neuenschwander, Martin Plüss, Rüthmemann; Vigier, McLean, Reichert; Pascal Berger, Froidevaux, Trevor Meier; Scherwey, Dubé, Gamache.

Genève-Servette: Stephan; Mercier, Bezina; Vukovic, Malik; Gobbi, Breitbach; Déruns, Trachsler, Salmelainen; Höhener, Rubin, Kolnik; Rivera, Florian Conz, Suri; Maurer, Hürlimann, Pivron.

Bemerkungen: Bern ohne Goren (verletzt), Forget, Ziegler, Rytz, Daniel Meier, Chatelain, Roland Gerber, Vermin und Fey (alle überzählig), Genève-Servette ohne Toms, Savary und Cadieux (alle verletzt). - Timeout Genève-Servette (29.). Tor von Reichert wegen hohen Stocks aberkannt (56.).

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