Der Hamburger SV hat vor dem wichtigsten Saisonspiel die Reissleine gezogen.

Der kriselnde Bundesligist entliess drei Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel der Europa League bei Fulham seinen Trainer Bruno Labbadia. Dem 44-jährigen Deutschen, dessen Entmachtung am Montagmorgen in einer Krisensitzung beschlossen worden ist, wurde das beschämende 1:5 in Hoffenheim zum Verhängnis.

Im Gegensatz zum internationalen Geschäft, wo der HSV trotz des 0:0 im Hinspiel weiter Chancen hat, sich für den Final im eigenen Stadion zu qualifizieren, ist er in der Liga regelrecht abgesackt. In der Rückrunde holte der HSV erst 17 Punkte und liegt zwei Runden vor Schluss fünf Punkte hinter dem sechstklassierten VfB Stuttgart zurück.

Labbadia hatte sich in den letzten Wochen mehrere zwischenmenschlich nicht nachvollziehbare Aktionen geleistet. Er legte sich wegen eines "nicht abgesegneten" Kinobesuchs mit Goalie Frank Rost an oder kritisierte öffentlich die Genesung von Mladen Petric. Fingerspitzengefühl hatte der ehemalige Bundesliga-Goalgetter, der in Hamburg einen Vertrag bis 2012 gehabt hätte, schon in der Vergangenheit nicht immer bewiesen. Bereits sein Abgang in Leverkusen im letzten Sommer (nach nur einer Saison) war nicht ohne Nebengeräusche erfolgt.

Voraussichtlich übernimmt Techniktrainer Ricardo Moniz das Amt als Interimscoach. Der 45-jährige Holländer leitete am Montagmorgen das Training, als Labbadia zur Unterredung mit dem Vorstand antraben musste.

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