Mit dem kapitalen Spiel gegen Lettland beginnt für das Schweizer Eishockey-Nationalteam heute Samstag um 20.15 Uhr die WM in Deutschland.

Nach dem Trainerwechsel und den zahlreichen Absagen ist der Titelkampf in Mannheim und Köln eine Reise ins Ungewisse. Sean Simpson hätte sich den Einstieg als Nationaltrainer sicher anders vorgestellt. Nur wenige Tage nach dem frühen Ausscheiden mit den ZSC Lions in den Playoff-Viertelfinals trat der Kanadier den neuen Job an. Seither musste er Woche für Woche Absagen oder Verletzungen von Spielern zur Kenntnis nehmen. 21 aufgebotene Spieler konnten oder wollten nicht einrücken respektive verletzten sich während der Vorbereitung. Vom Team, das im Februar an den Olympischen Spielen in Vancouver bei der Abschiedsvorstellung von Ralph Krueger einen positiven Eindruck hinterlassen hatte, sind in Deutschland bloss noch acht Spieler dabei.

Trotz der zahlreichen Absenzen und der turbulenten Vorbereitung ändert sich an der Ausgangslage für die WM nicht allzu viel. Das Erreichen der Viertelfinals gilt auch für das aktuelle Team als grosses Ziel. Und eigentlich (wie meistens an Titelkämpfen) hängt von ein paar wenigen Spielen ab, ob die Schweizer den angestrebten Rang unter den Top 8 erreichen oder nicht.

Gleich im ersten Spiel der WM gegen Lettland dürften sich die Weichen für das gesamte Turnier stellen. An die Balten haben die Schweizer schlechte Erinnerungen: An der Heim-WM vor einem Jahr in Bern vermiesten die Letten den Schweizern die Party, indem sie in der Zwischenrunde 2:1 nach Penaltyschiessen siegten und schliesslich an Stelle der Schweizer in die Viertelfinals einzogen. Mit einem Sieg gegen Lettland und im zweiten Spiel auch gegen Aussenseiter Italien stünden die Chancen ausgezeichnet, dass die Schweizer den Sprung in die Viertelfinals schaffen.

Verlieren sie allerdings das Startspiel in der Gruppe B, sind die Schweizer voraussichtlich auf einen Exploit gegen Olympissieger Kanada zum Abschluss der Vorrunde oder einen überraschenden Erfolg in der Zwischenrunde angewiesen. In der zweiten Phase der Turniers wartet auf die Schweizer ein Trio aus der Gruppe C (Schweden, Tschechien, Norwegen und Frankreich), die ihre Partien ebenfalls in Mannheim austrägt.

Der Trainerwechsel sowie die Absenzen einiger bestandener Cracks ist die Chance für zahlreiche Neulinge und Rückkehrer. So sind mit Verteidiger Julien Vauclair und Stürmer Marcel Jenni zwei Routiniers wieder dabei, die zuletzt unter Ralph Krueger keine Rolle mehr gespielt hatten. Auf der Gegenseite steht Nino Niederreiter. Der erst 17-jährige Stürmer, der in der nordamerikanischen Juniorenliga WHL spielt, hatte in der Vorbereitung als jüngster Schweizer Nationalspieler der Neuzeit debütiert.

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