Titelverteidiger Roger Federer und Stanislas Wawrinka (ATP 23) sind erfolgreich ins Masters-1000-Turnier in Madrid gestartet.

Der Weltranglisten-Erste gewann gegen Benjamin Becker (De/ATP 46) 6:2, 7:6 (7:4), Wawrinka bezwang Marcel Granollers (Sp/ATP 87) 6:4, 6:4.

Federer hatte sich nach der überraschenden Halbfinal-Niederlage in Estoril gegen Albert Montanes (ATP 34) zurückhaltend gegeben. Wenn er in Madrid mindestens ein Spiel gewinne, dann sei er zufrieden, hatte er gesagt. Dieses Ziel hat er mit dem Sieg gegen Becker zwar erreicht, doch war ihm die Verunsicherung nach nur zwei Siegen in seinen ersten beiden Sandturnieren in diesem Jahr (noch) anzumerken. Bester Beweis hierfür war der erste Matchball beim Stand von 6:5 und Service Becker; Federer schlug einen völlig missglückten Stoppball des Deutschen mit der Vorhand ins Netz. Und als der Baselbieter kurz darauf die zweite Chance hatte, die Partie für sich zu entscheiden, agierte er zu passiv - es war sein insgesamt fünfter Breakball im zweiten Satz.

So musste Federer ins Tie-Break, in dem er einen 1:3-Rückstand wendete und nach 81 Minuten den insgesamt vierten Matchball zum zweiten Sieg im zweiten Duell gegen Becker verwertete. Im Tie-Break zeigte er mehrmals seine Klasse. Nicht nur deshalb sollte diese Partie dem nach aussen hin stets positiv denkenden Schweizer Auftrieb geben, denn bei eigenem Aufschlag spielte er sehr souverän. Er gestand Becker keinen einzigen Breakball zu, wobei er im ersten Satz, den er in 29 Minuten für sich entschied, bloss fünf Punkte abgab und im zweiten acht.

Federer, der in der ersten Runde ein Freilos genossen hatte, könnte nun auf Wawrinka treffen. Der Romand muss allerdings zunächst noch den Argentinier Leonardo Mayer (ATP 61) aus dem Weg räumen, gegen den er noch nie gespielt hat.

Wawrinka und Granollers lieferten sich im ersten Satz eine fürs Männer-Tennis atypische Partie, denn es gab nicht weniger als sieben Breaks. Wie desaströs die Aufschlagsleistung der beiden war, verdeutlicht die Statistik: Wawrinka, der einen 1:3-Rückstand aufholte, gewann bei eigenem Service 11 von 28 Punkten, Granollers 12 von 32.

Im zweiten Satz zog die Schweizer Nummer 2 auf 4:1 davon, nachdem er im ersten Game einen Breakball abgewehrt hatte. Allerdings musste er den mit einer Wildcard ausgestatteten Iberer wieder auf 4:4 herankommen lassen, ehe er den Sack doch noch zu machte und nach 91 Minuten bei Aufschlag Granollers' den ersten Matchball verwandelte. Während Wawrinka im zweiten Durchgang beide Breakchancen auszunutzen vermochte, wehrte er vier von fünf Möglichkeiten des Spaniers zum Servicedurchbruch ab. Es war das erste Duell zwischen diesen beiden Spielern.

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