Derweil in der Schweizer Gruppe die letzten vier der insgesamt 32 Teams ihr WM-Startspiel bestreiten, stehen heute Mittwoch um 20.30 Uhr in der Gruppe A Gastgeber Südafrika und Uruguay bereits vor ihrem zweiten Einsatz.

In Pretoria, in ihrer Hauptstadt, dürfen die Südafrikaner auf keinen Fall verlieren. Nach ihrem 1:1 im Startspiel gegen Mexiko würde sie eine Niederlage in arge Rücklage bringen, zumal sie bei ihrem letzten Vorrunden-Auftritt am 22. Juni noch auf den Gruppen-Favoriten Frankreich treffen. Uruguay seinerseits hat den Franzosen in seinem Auftaktsspiel ein 0:0 abgetrotzt.

"Wir werden viel ruhiger in diese zweite Partie gehen", ist Südafrikas bei Everton in der in der englischen Premier League engagierter Starspieler Steven Pienaar überzeugt. "Im ersten Spiel waren wir alle sehr nervös. Die meisten von uns bestritten ihren ersten WM-Endrunden-Match." Das traumhafte Tor von Siphiwe Tshabalala gegen Mexiko hat viel von der Verunsicherung genommen, die vor ein paar Monaten noch spürbar war.

In Südafrika ist derzeit die Euphorie grösser als die Angst vor dem Ausscheiden. Besonderer Ansporn soll auch das Datum der Affiche sein. Der 16. Juni hat historische Bedeutung. An diesem Tag vor inzwischen 34 Jahren hatten rund 15 000 Schüler im Township Soweto gegen die Apartheid aufbegehrt, mehr als 500 Jugendliche kamen damals ums Leben. "Hoffentlich holen wir drei Punkte und schenken der ganzen Nation eine Riesen-Feier", sagt Pienaar.

Trainer-Veteran Carlos Alberto Parreira, als 67-Jähriger neben Otto Rehhagel der einzige WM-Trainer über dem Schweizer Pensionsalter, will dem Duell gegen Uruguay etwas Pathos nehmen, denn die Last, eine ganze Nation zu enttäuschen, war schon vor dem Eröffnungsspiel riesig. Gegenüber jener Partie wird er wohl Linksverteidiger Lucas Thwale durch Tsepo Masilela ersetzen, ansonsten bleibt das Team unverändert. Gegen Uruguay hat Südafrika erst zwei Mal gespielt. Ein 0:0 gab es vor drei Jahren in einem Testspiel in Johannesburg, zudem eine 3:4-Niederlage 1997 im Confederations Cup in Riad in Saudi Arabien.

Uruguay will nach dem 0:0 gegen Frankreich offensiver auftreten. Trainer Oscar Tabarez nominiert gegen Südafrika einen zusätzlichen dritten Stürmer. "Ich habe die Startelf dem Gegner angepasst", erklärte Tabarez seine angriffige Massnahme. Edinson Cavani vom italienischen Serie-A-Klub Palermo soll neben Luis Suarez stürmen, dahinter dürfte in leicht zurückhängender Position Atletico Madrids Starstürmer Diego Forlan agieren. Forlan hatte in der Offensive gegen Frankreich als Einziger überzeugt. Für Uruguay sollte endlich wieder einmal ein Endrundensieg her. Von ihren letzten 17 Spielen haben sie nur gerade eines gewinnen können.

Geleitet wird die Partie vom Tessiner Schiedsrichter Massimo Busacca, der somit gleichentags wie die Schweizer Nationalmannschaft zum ersten Einsatz kommt. Der 41-Jährige pfeift seine vierte WM-Partie, nachdem er 2006 für drei Vorrundenspiele berücksichtigt worden war.

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