Im zweiten Spiel der Gruppe E vom Samstag kommt es in Pretoria ab 20.30 Uhr bei Kamerun - Dänemark zum Duell der Startrunden-Verlierer.

Die Dänen hatten beim 0:2 gegen Holland lange eine solide Leistng geboten, doch in Kamerun hagelte es nach dem 0:1 gegen Japan heftige Kritik gegen den französischen Trainer Paul Le Guen, selbst aus den eigenen Reihen. "Es wurden zuletzt viele junge Spieler eingesetzt, auf Kosten der erfahrenen. Doch die Jungen sind dem Druck einer WM nicht gewachsen", meinte Mittelfeldspieler Achille Emana. "Wir haben an unseren Coach appelliert, die Aufstellung zu überdenken." Die Lage ist tatsächlich ernst: Acht Spiele haben nur die von Starspieler Samuel Eto'o angeführten Kameruner nicht mehr gewonnen, siegen sie auch ein neuntes Mal nicht, dürfte die WM nicht mehr zu retten sein.

Im Lager der Dänen setzt man auf den Teamgeist. "Unser Zusammenhalt ist hervorragend. Das hat uns schon oft geholfen. Wir Dänen sind immer optimistisch, das ändert auch nach einer Niederlage nicht", sagt Torhüter Thomas Sörensen. Trainer Morten Olsen, in Dänemark bereits seit zehn Jahren im Amt, hat zudem wieder mehr Alternativen als zuletzt. Daniel Jensen von Werder Bremen und Jon Dahl Tomasson von Feyenoord Rotterdam, die gegen Holland noch gefehlt hatten, stehen wieder zur Verfügung. Und die Leistenbeschwerden von Arsenal-Stürmer Nicklas Bendtner werden täglich besser. Gegen Holland hatte er nur eine Stunde durchgehalten.

In Rustenburg wird mit der Partie Ghana - Australien (16.00 Uhr) die zweite Runde der Gruppe D abgeschlossen. Die afrikanischen Teams kämpften bisher an ihrer Heim-WM wenig erfolgreich. Einzig Ghana konnte bisher einen Sieg landen, mit dem 1:0 gegen Serbien. Gegen Australien, das beim 0:4 gegen Deutschland vernichtend geschlagen wurde, soll der nächste Erfolg eingefahren werden. Bereits träumen die Ghanaer, ebenso gut abzuschneiden wie Kamerun oder der Senegal, die es 1990 und 2002 als bisher einzige Mannschaften Afrikas in die Viertelfinals brachten.

Ghanas serbischer Coach Milovan Rajevac hat alle Hände voll zu tun, seine vor Selbstvertrauen strotzenden Fussballer auf dem Teppich zu halten. Seine Kicker feierten am Dienstag mit den Angestellten ihres WM-Quarties den 29. Geburtstag von John Pantsil mit Kuchen und Bier. Kaum einer kann sich vorstellen, dass heute Samstag ab 16.00 Uhr beim exakt 100. WM-Auftritt eines afrikanischen Teams Australien zum Party-Killer werden kann. Doch Rajevac warnt: "Für Australien ist es die letzte Chance. Sie sind nicht so schlecht, wie nach ihrer Leistung gegen Deutschland viele glauben."

Zudem kann Ghana, das schon 2006 als einzige afrikanische Mannschaft die Achtelfinals erreichte, personell aus dem Vollen schöpfen, derweil bei Australien mit Tim Cahill von Everton der renommierteste Spieler wegen einer Sperre fehlen wird. Mittelfeldspieler Vince Grella fällt zudem mit einer Bänderverletzung aus. Scott Chipperfield vom FC Basel dürfte dagegen erneut -- auf der Position des linken Aussenverteidigers -- zum Einsatz kommen. Für die Australier spricht immerhin die Bilanz. In sechs Spielen resultierten vier Siege und nur eine Niederlage.

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