Spanien kämpft heute Abend (20.30 Uhr) im Ellis Park in Johannesburg gegen Honduras um seine womöglich letzte Chance.

Eine weitere Pleite im Duell der beiden Auftakt-Verlierer kann sich der Europameister nicht erlauben, sonst dürfte der Traum vom ersten WM-Titel bereits nach 180 Minuten beendet sein.

Die Iberer taten in den letzten Tagen gut daran, auch nach dem misslungenen Start in die WM-Kampagne gegen die Schweiz keine Hektik aufkommen zu lassen. Mit Ausnahme der mangelnden Chancenauswertung liess sich die Mannschaft kaum Kritik gefallen. Es sei fehl am Platz, wegen eines schlechten Tages gleich alles in Frage zu stellen, sagte Verteidiger Raul Albiol. Die "Seleccion" werde ihren Stil wegen dieses Ausrutschers nicht ändern, tönte es unisono aus dem iberischen Camp auf dem Gelände der Universität in Potchefstroom.

Noch hat es Spanien in Südafrika in den eigenen Füssen zu reagieren. Gegen Honduras wird allgemein erwartet, dass die Iberer gegen die defensiv ausgerichteten Zentralamerikaner mit einer veränderten, offensiveren Formation antreten werden. Mögliche Alternativen im Angriff sind Fernando Torres und Jesus Navas, der nach seiner Einwechslung gegen die Schweiz für viel Wirbel auf der rechten Seite gesorgt hatte. Und mit Cesc Fabregas, der am Mittwoch nicht zum Einsatz gekommen war, verfügt Del Bosque auch im zentralen Mittelfeld über eine exzellente Alternative.

Wie Spanien kämpft auch der Aussenseiter Honduras im Ellis Park um seine wohl letzte Chance. Das Team von Reinaldo Rueda präsentierte sich im Startspiel beim 0:1 gegen Chile in Nelspruit äusserst harmlos und wartet auch nach seinem insgesamt vierten WM-Einsatz noch immer auf den ersten Sieg. Bei ihrer ersten WM-Teilnahme 1982 in Spanien liessen die "Catrachos" beim 1:1 gegen den Gastgeber zwar aufhorchen, verabschiedeten sich aber ohne Sieg aus dem Turnier.

Im zweiten WM-Duell mit den Iberern kann Honduras' Trainer Reinaldo Rueda wieder vermehrt auf sein Team Einfluss nehmen. Der Kolumbianer hatte zum Auftakt gegen Chile wegen einer Sperre auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Rueda wird auch gegen den Gruppenfavoriten nicht grundsätzlich von seiner defensiven Marschroute abweichen, allerdings versprach er, dass sein Team mehr riskieren werde. Der Ausrutscher des Gruppenfavoriten kommt ihm aber nicht gelegen: "Spanien ist nun noch gefährlicher."

Einer der Hoffnungsträger für das Spiel gegen den Europameister ist der angeschlagene David Suazo. Der Serie-A-Legionär hatte wegen muskulärer Probleme das Startspiel gegen Chile verpasst. Gegen die spielstarken Chilenen kamen die Zentralamerikaner kaum einmal gefährlich vor das Tor, bei einem der wenigen gelungenen Angriffe wurde ihnen allerdings ein klarer Foulpenalty verweigert. Trotzdem ist der Optimismus im Lager des Aussenseiters gross. "In meinem Kopf ist nur der Sieg, Spanien ist nicht unschlagbar", sagte Captain Amado Guevara.

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