Die Zustände in Frankreichs Nationalmannschaft werden immer chaotischer.

Am Sonntag kam es zum nächsten Zwischenfall. Captain Patrice Evra und der Fitnesscoach Robert Duverne stritten unmittelbar vor dem geplanten öffentlichen Training wortlaut miteinander, worauf Duverne seine Stoppuhr wegwarf und mit raschen Schritten das Feld verliess. Etwas später wurde bekannt, dass sich die Spieler entschieden hatten, das Training nicht zu bestreiten, um gegen den Rauswurf von Anelka zu protestieren. Übermittelt wurde diese Nachricht mittels Communiqué von Coach Raymond Domenech!

Nicht nur Duverne hatte für den Entscheid der Spieler kein Verständnis. Für Teammanager Jean-Louis Valentin war es eine Episode zuviel in der französischen Seifenoper. Er lief wutentbrannt in die Kabine und schrie: "Ich schäme mich. Ich verlasse Südafrika und kehre sofort nach Paris zurück." Später fügte Valentin an: "Ich bin ausser mir. Das ist ein Skandal für den Verband, für die Mannschaft und das gesamte Land. Sie wollen nicht trainieren, das ist unfassbar." Die französische Nachrichtenagentur AFP sprach nach dem neuen Eklat von der schlimmsten Krise in der Geschichte der "Equipe tricolore".

Zum Bild, das die französische Equipe in Südafrika abgibt, passt auch das Verhalten des ehemaligen Captains William Gallas perfekt. Der Verteidiger, der schon vor WM-Beginn mitgeteilt hatte, dass er gegenüber den Medien kein Wort sagen würde, zeigte einem Journalisten des Fernsehsenders TF1 den Mittelfinger, als dieser ihm das Mikrofon hinhielt. Auf den neuen Nationalcoach Laurent Blanc wartet nach der WM viel Arbeit.

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