Ottmar Hitzfeld wird das Team erst am Montag um die Mittagszeit über die Aufstellung gegen Chile orientieren.

Konkrete Hinweise waren 24 Stunden vor dem zweiten WM-Einsatz vom Schweizer Coach nicht zu erfahren.

"Um 13 Uhr werde ich an der Team-Sitzung darüber orientieren, wie und mit welcher Taktik wir spielen", erklärte Hitzfeld beim letzten obligaten Medien-Termin vor dem Spiel gegen Chile.

Ungefragt lancierte der SFV-Selektionär gar eine weitere taktische Option: "Vielleicht spielen wir ja mit zwei, drei Stürmern auf Angriff, um die Partie zu gewinnen." War es eine Aussage mit Kalkül? Wollte der Meister der Rhetorik nur etwas die Debatte um Captain Alex Frei eindämmen? Vermutlich beides.

Hitzfeld machte einen äusserst entspannten Eindruck. Er hat sein Konzept zu 100 Prozent im Kopf. Alle Fragen der Journalisten beantwortete er zuvorkommend - auch jene eher bissige vom rasenden ZDF-Reporter Rolf Töpperwien: "Ottmar, wird die Schweiz nach dem 1:0 gegen Spanien jetzt ernster genommen?" Hitzfelds Konter: "Wir werden immer ernst genommen. Ausser vielleicht in Deutschland nicht."

Nur über die Stärken der "physisch starken und brandgefährlichen" Chilenen mochte er nicht allzu lange reden. "Sonst dauert die Pressekonferenz zu lange", scherzte er. Einen Augenblick später wurde er wieder ernst: "Es wäre ein Riesenfehler, uns jetzt zu überschätzen."

Sogar zur französischen Affäre um Nicolas Anelkas verbale Entgleisung musste Hitzfeld kurz Stellung nehmen: "Nein, so etwas ist mir als Trainer noch nie passiert." Er würde einen solchen Spieler ziemlich rasch verabschieden. "Er würde seinen Weg gehen, ich meinen mit der Mannschaft."

Einen kleinen Umweg hatte übrigens auch das Team zu bewältigen. Anstatt wie vorgesehen im "Nelson Mandela Bay" zu trainieren, mussten die Schweizer wegen des strapazierten Rasens auf die Anlage der "Nelson Mandela Metro"-Uni ausweichen. "

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