Portugal - Nordkorea heute mag nicht der Schlager schlechthin sein. Doch nach dem Schweizer WM-Auftaktsieg darf man diese Partie mit gesteigertem Interesse verfolgen.

Brasilien, die Elfenbeinküste oder Portugal - einen aus diesem Trio der Gruppe G darf die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld in der ersten K.o.-Runde erwarten, wenn sie die Vorrunde übersteht.

Nordkorea bleibt in dieser Hammergruppe krasser Aussenseiter, wenngleich die Asiaten zum Auftakt beim 1:2 gegen Brasilien keine schlechte Figur abgegeben haben. Heute (13.30 Uhr) in Kapstadt werden sie nun versuchen, mit ihrem defensiven Konzept auch den Portugiesen das Leben schwer zu machen. Cristiano Ronaldo und Co., mit einem 0:0 gegen die Elfenbeinküste ins Turnier gestartet, wollen dagegen ihre Torproduktion aufnehmen, zumal in dieser Gruppe durchaus entscheidend sein könnte, wer mit wieviel Treffern Differenz die Nordkoreaner schlägt.

Carlos Queiroz, Portugals Trainer, erwartet von seiner Mannschaft, dass sie das Heft in die Hand nimmt: "Im ersten Spiel geht man gewöhnlich noch wenig Risiken ein, doch im zweiten muss man agieren und nicht mehr darauf warten, dass etwas geschieht. Wir müssen unsere Karten aufdecken und attackieren." Damit liegt der Ball auch bei Cristiano Ronaldo, dem teuersten Kicker des Planeten. Seit fast zwei Jahren hat der Superstar in einem Wettbewerbsspiel der portugiesischen Nationalmannschaft nicht mehr getroffen. Gegen die Elfenbeinküste war er mit einem Pfostenschuss immerhin schon nahe dran.

Ronaldo muss zudem darauf bedacht sein, seine Nerven zu kontrollieren. Gegen die Elfenbeinküste war er nach einer Rangelei verwarnt worden, der folgende Einspruch wurde von der FIFA abgewiesen. Demnach muss er noch bis zu vier Spiele ohne weitere Gelbe Karte bleiben, um einer Sperre zu entgehen. Verwarnungen werden erst nach den Viertelfinals gelöscht.

Zuletzt war es jedoch nicht Cristiano Ronaldo, der seinem Coach Sorgen bereitete, sondern Deco, der gegen die Elfenbeinküste zunächst auf dem rechten Flügel eingesetzt worden und dann nach gut einer Stunde ausgewechselt worden war. "Wenn wir mit so einer Taktik weitermachen, werden wir nichts gewinnen", warf Deco seinem Trainer vor. Wenige Stunden später liess er aber via dem Verband eine Entschuldigung folgen, und Queiroz sagte: "Jeder macht mal Fehler. Für micht ist die Angelegenheit damit bereinigt." Gegen Nordkorea wird Deco trotzdem fehlen: Der Spielmacher leidet an Hüftbeschwerden.

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