Heute (16.00 Uhr) begegnen sich in Rustenburg Mexiko und Uruguay. Eines der beiden Teams wird die Achtelfinals mit Sicherheit erreichen, vermutlich schaffen es beide.

Denn Frankreich und Südafrika, die sich gleichzeitig in Bloemfontein duellieren, liegen in der Tabelle der Gruppe A drei Zähler zurück.

Noch schwerer wiegt für Franzosen und Südafrikaner die Tordifferenz, die im Fall der Punktgleichheit über das Weiterkommen entscheiden würde. Uruguay steht aktuell mit +3 zu Buche, Mexiko mit +2, Frankreich dagegen mit -2 und Südafrika gar mit -3. Wie schwer die Aufgabe ist, zeigt eines von vielen Beispielen: Verliert Mexiko gegen Uruguay 0:2, bräuchte Frankreich einen 3:0-Erfolg gegen Südafrika.

Trennen sich Mexiko und Uruguay aber unentschieden, nützt Frankreich oder Südafrika auch ein Kantersieg nichts. Dass es zu einer Art Absprache unter den Lateinern kommt, scheint aber trotzdem wenig wahrscheinlich. Der Gruppenzweite wird es in den Achtelfinals mit dem Gewinner der Poule B zu tun bekommen, und der wird mutmasslich Argentinien heissen. Uruguay befindet sich vor dem Match gegen Mexiko in einer besseren Ausgangslage. Den 'Urus', die seit 1990 nie mehr die WM-Achtelfinals erreichten, reicht ein Remis zum Gruppensieg.

Die Mexikaner stehen vor ihrer fünften Achtelfinal-Qualifikation in Folge. Doch dort war zuletzt stets Endstation. Das droht ihnen auch diesmal, wenn sie nicht den Gruppensieg erringen. "Argentinien als Achtelfinal-Gegner fürchten wir nicht", sagt zwar ihr 37-jähriger Oldie Cuauthemoc Blanco, "aber wir werden gegen Uruguay dennoch nicht auf Unentschieden spielen. Wir lieben es zu gewinnen." Trainer Javier Aguirre, vor 24 Jahren in einem Freundschafts-Länderspiel gegen Uruguay Torschütze zum 1:0-Sieg, muss allerdings zwei Spieler ersetzen. Stürmer Carlos Vela steht wegen einer Becken-Verletzung nicht zur Verfügung, Mittelfeldspieler Efrain Juarez ist gesperrt.

Im Gastgeberland und in Frankreich sind die Meinungen derweil schon vor dem letzten Auftritt gemacht, in beiden Ländern sieht man den Vergleich als Not gegen Elend. Spielerisch limitierte Südafrikaner gegen peinlich auftretende Franzosen; Kredit geniessen beide keinen mehr. Vor allem der französische Fussball erlebt derzeit die schwerste Krise seiner Geschichte. Präsident Nicolas Sarkozy nannte es "inakzeptabel", die Grande Nation versinkt nach der Affäre um Stürmer Nicolas Anelka vor Scham im Boden.

Auf Anordnung von Präsident Sarkozy verlängerte Sportministerin Roselyn Bachelot ihren Aufenthalt in Südafrika. Sie soll dem Chaos ein Ende setzen. Einigermassen in Würde muss der Schlusspunkt über die Bühne gehen. Denn was die französische Elf sportlich noch zu bieten hat, scheint niemanden mehr zu interessieren. Die öffentliche Meinung findet alles nur noch grauenvoll bis erbärmlich.

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