Die Frage in der Gruppe B lautet heute ab 20.30 Uhr: Wer qualifiziert sich neben Argentinien für die Achtelfinals? Chancen besitzen noch alle drei Kandidaten.

Das bisher noch punktelose Nigeria kann in Durban mit einem Sieg im direkten Duell das derzeit zweitplatzierte Südkorea überholen, Griechenland hofft in Polokwane auf einen Punkt gegen Argentinien und Schützenhilfe von Nigeria.

Selbst Argentinien kann trotz seiner beiden Siege zum Auftakt in der Theorie noch abgefangen werden, doch da bräuchte es schon zwei Fussballwunder: eine hohe Niederlage gegen die Griechen und einen hohen Sieg der Südkoreaner gegen Nigeria. Bei 6:0 Punkten und 5:1 Toren darf man Trainer Diego Maradona keine Überheblichkeit vorwerfen, wenn er im dritten Gruppenspiel einige seiner Cracks schonen wird. Lionel Messi gönnt er hingegen keine Pause. "Er ist der beste Spieler der Welt. Es wäre eine Sünde, ihn den Menschen vorzuenthalten", meint Maradona, der an der WM 1994 gegen Griechenland, den heutigen Gegner, das letzte seiner insgesamt acht Endrunden-Tore erzielte.

Neben dem gesperrten Jonas Gutierrez werden die mit einer Gelben Karte vorbelasteten Gabriel Heinze und Javier Mascherano nicht spielen, und auch der mit drei Treffern die Torschützenliste anführende Gonzalo Higuain dürfte wie Carlos Tevez fehlen. In der Offensive stehen aber als Ersatz ein Diego Milito von Inter Mailand oder Maradonas Schwiegersohn Sergio Agüero von Atletico Madrid bereit. Wer da von einer B-Elf redet, liegt wohl falsch. "Sie haben ein Weltklasse-Team mit ausserordentlicher Qualität. Sie sind klar besser als wir", lobt Otto Rehhagel. Der Coach der Griechen ist aber nur schon froh, überhaupt noch im Geschäft zu sein.

"Wir müssen das machen, was wir können: gut verteidigen", meint Verteidiger Sokratis Papastathopoulos. Das allein wird aber nicht genügen. Irgendwann müssten die Griechen auch noch ein Tor schiessen. Ein Punkt ist Voraussetzung für den Vorstoss in die Achtelfinals, dazu eine Niederlage der Südkoreaner gegen Nigeria.

Nigeria hat trotz zweier Niederlagen noch immer die Möglichkeit, sich für die Achtelfinals zu qualifizieren. Dazu braucht es aber zwingend einen Sieg gegen Südkorea und die Hilfe der Argentinier. Die Stimmung indes ist gedrückt. Ihr gesperrter Mittelfeldspieler Sani Kaita, der mit seiner Roten Karte die 1:2-Niederlage gegen Nigeria eingeleitet hatte, wird beschimpft und angefeindet. Mehr als 1000 E-Mails soll Kaita erhalten haben, darunter ganz üble Morddrohungen.

Südkorea, Vierter bei der Heim-WM vor acht Jahren, hat es in eigenen Händen, erstmals auch in der Fremde die Achtelfinals zu erreichen. Möglich machte dies der 2:0-Sieg zum Auftakt gegen Griechenland. Danach erlebten die Asiaten beim 1:4 gegen Argentinien eine Lehrstunde, aber Trainer Huh Jung-Moo sagt, das habe sie nicht deprimiert. Bis zu zwei Millionen Menschen sollen das Spiel in Südkorea auf den Strassen miterlebt haben. Sie alle hoffen nun, dass es diesmal auch etwas zu feiern gibt.

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