Wenn sich heute Nachmittag ab 16.00 Uhr Paraguay und Japan in Pretoria im Achtelfinal gegenüber stehen, ist bereits jetzt klar: Der Sieger wird seinen bisher grössten Erfolg an einer WM verbuchen können.

Mit Sicherheit stösst ein krasser Aussenseiter in die Viertelfinals vor. Paraguay steht in der Weltrangliste auf Platz 31, Japan auf Position 45. In der Runde der letzten acht standen beide Teams noch nie. Paraguay war schon dreimal Achtelfinalist, scheiterte dort aber immer gegen europäische Gegner: 1986 mit 0:3 gegen England, 1998 mit 0:1 nach Verlängerung gegen Frankreich und 2002 mit 0:1 gegen Deutschland. Japan stand bisher nur an der Heim-WM vor acht Jahren in den Achtelfinals. Endstation war damals die Türkei (0:1).

Die Favoritenrolle gehört zweifellos den Südamerikanern, welche die Vorrunde in der Poule mit Italien trotz einem zuletzt enttäuschenden 0:0 gegen Neuseeland als Gruppensieger abgeschlossen haben. Zudem sind Mannschaften aus Südamerika an einer WM noch nie von einem asiatischen Team besiegt worden. Nordkorea konnte Chile 1966 ein 1:1 abringen, Südkorea holte sich 1994 gegen Bolivien ein 0:0, daneben zogen aber acht Mal die Asiaten im Vergleich der Kontinente den kürzeren.

"Nichts ist unmöglich", heisst es in der Werbung eines japanischen Auto-Produzenten, und dasselbe sagt auch Japans Sturmspitze Keisuke Honda, der beim ZSKA Moskau spielt und nur einer von vier Spielern des WM-Kaders ist, die nicht im eigenen Land unter Vertrag stehen: "Ich habe schon vor Beginn des Turniers gesagt, dass der WM-Titel nicht unmöglich ist." Davon sind die Japaner zwar noch weit weg, aber inzwischen wird die ebenfalls recht optimistische Zielsetzung von Trainer Takeshi Okada ("wir wollen in die Halbfinals") nicht mehr belächelt.

Die Paraguayer haben erkannt, was sie in erster Linie vermeiden müssen. "Fouls in Tornähe darf es keine geben", fordert Coach Gerardo Martino. Er spricht damit die beiden Freistoss-Tore an, mit denen Honda und Yusuhito Endo im Vorrundenspiel beim 3:1 gegen Dänemark brillierten. Die Japaner stellten damit unter Beweis, dass sie nicht nur unermüdlich rennen, sondern auch den viel kritisierten Jabulani trickreich bewegen können.

Auf Seiten der Südamerikaner hofft man auf das erste Tor eines Stürmers. An Prominenz fehlt es Paraguay in der Offensive nicht. Aber weder Nelson Valdez und Lucas Barrios (beide Borussia Dortmund) noch Roque Santa Cruz (Manchester City) waren bisher erfolgreich.

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