Hürdensprinter Andreas Kundert verzichtete am Freitagabend an den Schweizer Meisterschaften in Lugano auf eine Teilnahme an den Vorläufen. Somit ist der Start des St. Gallers an den Europameisterschaften in Barcelona fraglich.

Die wertvollste Leistung des ersten Wettkampftages erbrachte der Weitspringer Yves Zellweger. Der 23-Jährige vom KTV Altstätten sprang mit 7,85 Metern bloss um fünf Zentimeter an der EM-Limite vorbei. Möglicherweise wird er zum Thema für Barcelona. Das Selektionskonzept von Swiss Athletics lässt für Nachwuchsleute auch eine Nomination ohne Limite offen.

Kundert hatte sich Anfang Juli beim Swiss Meeting in La Chaux-de-Fonds im Final eine Adduktorenverletzung zugezogen, nachdem er im Vorlauf in 13,75 Sekunden noch die EM-Limite unterboten hatte. Der Entscheid, ob der 25-Jährige nach Barcelona darf, liegt nun bei der Selektionskommission von Swiss Athletics, die am späten Samstagabend tagen wird. Fällt das Verdikt negativ aus, würde der "World Class Potential" zum vierten Mal in den vergangenen fünf Saisons den Höhepunkt verpassen. 2009 wurde er durch eine Oberschenkelverletzung lahmgelegt, 2008 an den Olympischen Spielen in Peking musste er wegen einer fiebrigen Angina forfait geben und 2006 an den EM in Göteborg setzte ihn eine Magen-Darm-Grippe ausser Gefecht.

Mit Siebenkämpferin Linda Züblin überzeugte hingegen eine Athletin, die sich zuletzt ebenfalls mit Verletzungen herumgeschlagen hatte. Die Thurgauerin gewann den Speer-Titel mit einem für helvetische Verhältnisse raren Wurf über 50 Meter (50,24). Die Züblins sammelten am ersten Tag gleich drei Medaillen. Andreas wurde im Weitsprung (7,20) Dritter, Schwester Sarah gewann im Speerwurf (45,96) Bronze.

In den Kampf um den prestigeträchtigen Sprinttitel kann Reto Amaru Schenkel (LC Zürich) nach einem Fehlstart im Vorlauf am Samstagabend nicht mehr eingreifen.

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