An der Schiess-WM in München vermögen bisher nur die Schweizer Junioren zu überzeugen.

In den olympischen Disziplinen warten die Schweizer Schützen weiterhin auf eine Qualifikation für einen WM-Final. Am fünften Wettkampf-Tag in München vermochte im Gewehr-Dreistellungsmatch der Männer ausschliesslich Marcel Bürge zu genügen.

Der Routinier und Weltmeister von 2002 aus dem Toggenburg belegte mit 1167 von 1200 möglichen Punkten den 29. Rang. Fünf Zähler mehr, und er hätte sich an der Schwelle zum Final befunden. Er büsste in der Stehend-Position entscheidend an Terrain ein. Mit dieser Stellung bekundete er in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Mühe. In der zweiten Passe totalisierte er mit lediglich einem "Zehner" nur gerade 90 Punkte. Diesen Dämpfer mochte es nicht vertragen.

Bürges Landsleuten Nicolas Rouiller (53.) und Simon Beyeler (68.) erging es schlechter. Sie kämpfen derzeit vergeblich um den Anschluss an die Spitze. 2006 an den Weltmeisterschaften in Zagreb hatte Beyeler für das Highlight aus Schweizer Sicht gesorgt, als der Berner über 50 m liegend Fünfter wurde.

Es ist den Junioren zu verdanken, dass im eidgenössischen Lager keine Katerstimmung herrscht. Der männliche Nachwuchs sicherte zwei Team-Medaillen. Das Gewehr-Trio mit Roberto May, Claude-Alain Delley und Jan Lochbihler gewann Silber im Dreistellungsmatch, ehe die Sportpistolen-Staffel mit Lukas Grunder, Markus Linder und Laurent Stritt mit Bronze nachdoppelte. Grunder hatte tags zuvor mit der Luftpistole bei seinem letzten wichtigen Junioren-Einsatz in einer olympischen Disziplin bereits das Podest erklommen. Diese Erfolge von auf internationaler Ebene eher geringem Stellenwert dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach heutigem Stand Schweizer Schiess-Medaillen an den Olympischen Spielen von London ins Reich der Träume gehören.

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