Simone Niggli triumphierte an den OL-Titelkämpfen in Trondheim (No) über die Langdistanz. Die Bernerin gewann ihr 17. WM-Gold.

Die Schweizer Männer schnitten mässig ab. Das beste Ergebnis erreichte Titelverteidiger Daniel Hubmann. Der Thurgauer wurde mit 5:16 Minuten Rückstand auf Olav Lundanes Siebenter. Lundanes ist erst 22-jährig. Mit einem Sieg und zwei Silbermedaillen an den Junioren-Weltmeisterschaften 2007 hatte er angedeutet, dass mit ihm ab Trondheim zu rechnen sein wird.

Den Erfolg im Skistadion von Trondheim reiht Seriensiegern Niggli unter ihren wertvollsten Titeln ein. Ein Triumph in der Königsdisziplin, mit einer grossen Überlegenheit und dies im Mutterland des Orientierungslaufs lässt sich, gemessen an der sportlichen Bedeutung, nicht mehr steigern. Zwei Jahre nach der Geburt ihrer Tochter Malin setzte Simone Niggli in Trondheim ihre Träume in die Realität um. Die Aussicht auf die prestigeträchtigen Weltmeisterschaften in Skandinavien hatte die Bernerin angespornt, die Strapazen einer Spitzensportlerin nochmals auf sich zu nehmen. Mit dem Sieg über die Langdistanz vor einem Jahr Ungarn und dem Titel vergangenen Sonntag im Sprint gewann die 32-jährige Biologin bereits ihr drittes Gold als Mutter.

Simone Niggli geriet wie schon im Sprint zunächst in Rücklage. Ein paar kleinere Fehler trugen ihr nach 50 Minuten Rennzeit einen Rückstand von 53 Sekunden auf Marianne Andersen ein. Die Norwegerin schien in ihrem Gelände - sie hatte in Trondheim studiert - endlich Revanche an der Schweizerin zu nehmen. Bereits zweimal in Arhus 2006 war ihr Simone Niggli an Weltmeisterschaften vor der Sonne gestanden. Und auch in Trondheim verhinderte die Nummer 1 das erste Einzelgold von Andersen. Eine clevere Routenwahl brachte die Wende.

Der Entscheid, einem Weg zu folgen, statt die Abkürzung durch mooriges Terrain zu nehmen, zahlte sich aus. Marianne Andersen büsste auf dem schweren Untergrund über anderthalb Minuten ein. Der Schweizerin gelang ein fehlerloser Finish. Die dreifache Schweizer Sportlerin des Jahres musste im Endspurt nicht mehr ans Limit gehen.

Eine starke Leistung zeigte auch Vroni König-Salmi. Mit 41 Jahren vermag sie konditionell nicht mehr ganz mit den Besten mitzuhalten. Doch im schwierigen nordischen Gelände, das wegen der feinen Topographie und der unberührten Natur die Orientierung massiv erschwert, spielte sie ihre kartentechnischen Fähigkeiten aus. Sie wählte wie Simone Niggli den vermeintlichen Umweg und lief auf Rang 6.

Trondheim (No). Weltmeisterschaften. Langdistanz. Männer (15,1 km/28 Posten): 1. Olav Lundanes (No) 1:32:41. 2. Anders Nordberg (No) 0:40 zurück. 3. Thierry Gueorgiou (Fr) 3:40. 4. François Gonon (Fr) 4:07. 5. Marcus Millegard (Sd) 4:52. 6. Scott Fraser (Gb) 4:52. 7. Daniel Hubmann (Sz) 5:16. 8. Mats Haldin (Fi) 5:44. 9. Hans Gunnar Omdal (No) 6:58. 10. Dimitri Tswetkow (Russ) 7:26. 11. Matthias Merz (Sz) 7:38. 12. Marc Lauenstein (Sz) 7:44. - Aufgabe: u.a. Fabian Hertner (Sz). - 41 klassiert.

Frauen (9,88 km/22 Posten): 1. Simone Niggli (Sz) 1:12:49. 2. Marianne Andersen (No) 2:13. 3. Emma Claesson (Sd) 2:18. 4. Helena Jansson (Sd) 2:49. 5. Minna Kauppi (Fi) 2:59. 6. Vroni König-Salmi (Sz) 5:19. 7. Céline Dodin (Fr) 5:38. 8. Anne Margrethe Hausken (No) 6:55. 9. Mari Fasting (No) 7:08. 10. Eva Jurenikova (Tsch) 7:26.-- Ferner: 13. Sarah Lüscher (Sz) 9:41. 16. Caroline Cejka (Sz) 11:50. - 45 klassiert.

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