Simone Niggli hat in Trondheim über die Mitteldistanz ihren 18. Weltmeistertitel um 20 Sekunden verpasst.

Nach den Siegen im Sprint und über die Langdistanz sah es lange Zeit nach einer weiteren Goldmedaille für die 32-jährige Bernerin aus. Die Schweizer Sportlerin der Jahre 2003, 2005 und 2007 lag bei den Zwischenzeiten nach 1,3, 2,3 und 2,8 km in Führung, wobei sich der Vorsprung auf die spätere Siegerin Minna Kauppi (Fi) bei 17 bis 18 Sekunden einpendelte.

Doch zum 15. und drittletzten Posten unterlief Niggli ein fataler Fehler. Während die Weltranglisten-Erste einen "Bogen" machte, nahm Kauppi den direkten Weg. Dadurch handelte sich Niggli bei der letzten Zwischenzeit nach 3,7 km einen Rückstand von 39 Sekunden ein. Diesen vermochte sie auf den letzten 800 m nicht mehr wettzumachen.

Damit verpasste es Niggli, wie 2003 in Rapperswil-Jona und 2005 in Aichi (Jap) in sämtlichen drei Einzel-Disziplinen den Titel zu gewinnen. Allerdings sind die zwei Gold- und die Silbermedaille in Trondheim höher einzustufen, da das Gelände in Norwegen deutlich anspruchsvoller ist. Insgesamt gewann die Mutter einer Tochter ihre 24. WM-Medaille, was bei neun WM-Teilnahmen ein unglaublicher Wert ist.

Die weiteren Schweizerinnen, Vroni König-Salmi und Angela Wild, belegten die Ränge 10 und 21. Kauppi sicherte sich ihren sechsten Weltmeistertitel, den dritten in einer Einzeldisziplin und den zweiten über die Mitteldistanz nach 2008. Bronze ging mit einem Rückstand von 56 Sekunden an Marianne Andersen. Die Lokalmatadorin gewann nach Bronze im Sprint und Silber in der Langdistanz ihre dritte Medaille in Trondheim.

Hubmann sicherte sich in einem Herzschlag-Finale Bronze - zeitgleich mit dem Franzosen Thierry Gueorgiou, der in dieser Disziplin seit 2003 nicht weniger als sechsmal Weltmeister geworden war, zuletzt dreimal in Serie. Zu Gold, das der Einheimische Carl Waaler Kaas vor dem Schweden Peter Öberg gewann, fehlten dem 27-jährigen Thurgauer 39 Sekunden. Silber lag ebenfalls ausser Reichweite.

Bei den Zwischenzeiten hatte Hubmann, seit 2007 Profi, die Ränge 5, 5, 4, 3 und 4 eingenommen. Der Weltranglisten-Erste bestritt das Rennen mit einer lokalen Betäubung an der Achillessehne, die ihm seit mehreren Monaten Sorgen bereitet. Dies erklärt teilweise, warum der Gesamtweltcup-Sieger der letzten beiden Jahre im Sprint und über die Langdistanz mit zwei 7. Plätzen nicht wie gewünscht auf Touren gekommen war. Mit seiner elften WM-Medaille, der achten in einer Einzeldisziplin, gab Hubmann die richtige Antwort. Das Schweizer Team totalisiert nun sechs Podestplätze in Trondheim.

Eine solide Leistung gelang auch Matthias Müller; der Sprint-Weltmeister sicherte sich mit dem 6. Rang ein Diplom. Matthias Merz dagegen enttäuschte erneut und wurde lediglich 14.

Am Sonntag stehen zum Abschluss der Weltmeisterschaften die Staffel-Wettbewerbe auf dem Programm. Während die Schweizer Männer als Titelverteidiger antreten, haben die Frauen etwas gutzumachen, mussten sie sich doch in den letzten drei Jahren jeweils mit Rang 4 begnügen.

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