Während die Schweiz heute Abend ein Testspiel bestreitet, starten andere Teams in die Qualifikation für die EM 2012 in Polen und der Ukraine.

Um die 14 freien EM-Plätze streiten sich 51 Länder. Auf direktem Weg ziehen die neun Gruppensieger und der beste Zweite in die Endrunde ein. Im Gegensatz zu früheren Ausscheidungs-Kampagnen wird nicht mehr samstags und mittwochs gespielt, sondern freitags und dienstags. Die UEFA entspricht damit dem Wunsch der Vereine nach mehr Regenerationszeit für deren Angestellte.

Ottmar Hitzfeld und seine Mannen nehmen die EM-Qualifikation erst in vier Tagen mit dem Kracher gegen England in Angriff. Trotzdem werden sie die heutige Auftaktrunde mit Interesse verfolgen. Die Augen der Schweizer richten sich vor allem nach London und Podgorica. Im Wembley duellieren sich England und Bulgarien, die mutmasslich härtesten Gegner in der Gruppe G. In der anderen Partie empfängt Aussenseiter Montenegro die Equipe aus Wales.

Englands Trainer Fabio Capello ist nach dem enttäuschenden Abschneiden an der WM (1:4 im Achtelfinal gegen den Erzrivalen Deutschland) auf Erfolgserlebnisse angewiesen. Die Revolver-Blätter auf der Insel haben den Italiener fest im Visier. "Ich bin ein Kämpfer", gibt sich Capello trotzig und geht mit den Medien auf Konfrontationskurs. "Vor der WM war ich einer der besten Trainer der Welt, seitdem ist offenbar alles ein grosses Problem und werden meine Werte hinterfragt."

Capello plagen Verletzungssorgen. Tottenham-Stürmer Peter Crouch musste ebenso absagen wie Rio Ferdinand und die Chelsea-Stars John Terry und Frank Lampard. Zu Beginn des Zusammenzugs stand Capello mit Joe Hart nur ein Torhüter zur Verfügung, sodass kurzfristig der 19-jährige James Shea, die Nummer 5 von Arsenal London, einspringen musste.

Auf Wiedergutmachungs-Tour befinden sich auch die Franzosen. Für die "Equipe Tricolore" geht es nach dem von A bis Z katastrophalen Auftritt in Südafrika primär um die Versöhnung mit den Fans. In Paris gegen Weissrussland begegnen "Les Bleus" erstmals nach dem Desaster am Kap dem Heimpublikum.

An angenehmere Zeiten will auch Italien anknüpfen. An der WM blamierte sich die "Squadra Azzurra" als Titelverteidiger mit dem letzten Platz in der Vorrundengruppe. Für den Neuanfang zeichnet der neue "Commissario tecnico" Cesare Prandelli verantwortlich. Er sagt: "Unser Fussball hat an Qualität eingebüsst, die wir zurückgewinnen müssen. Es gilt, wieder das Zusammenspiel zu pflegen." Erste Station auf der Rückkehr an die Spitze ist Tallinn. Estland hat schon einen Match absolviert. Die Balten bezwangen die Färöer in exremis, nachdem sie nach 90 Minuten noch im Rückstand gelegen hatten.

Den WM-Finalisten stellen sich einfachere Aufgaben. Welt- und Europameister Spanien gastiert im Fürstentum Liechtenstein. Die Iberer müssen auf den Abwehr-Chef Carles Puyol (Muskelfaserriss) verzichten. Bei Holland, das nach San Marino gereist ist, feiert Stürmer Ruud van Nistelrooy nach mehr als zwei Jahren Absenz das Comeback. Er ersetzt den am einen Knöchel verletzten Robin van Persie. Nach dem Abgang von Giovanni van Bronckhorst hat Bondscoach Bert van Marwijk die Captain-Funktion seinem Schwiegersohn Mark van Bommel übertragen.

Beim WM-Dritten Deutschland war die Captain-Frage von lauteren Nebengeräuschen begleitet. Michael Ballack wird die Binde zurückerhalten, obwohl er nach überstandener Sprunggelenk-Verletzung für die heutige Partie gegen Belgien nicht nominiert wurde und Philipp Lahm entsprechende Ansprüche angemeldet hatte. Lahm muss vorläufig mit der Rolle des Stellvertreters vorlieb nehmen.

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