Mit einem grossartigen Auftritt am zweiten Tag brachte sich der Spanier Miguel Angel Jimenez in eine günstige Position, um erstmals in seiner 28-jährigen Karriere als Golfprofi das European Masters in Crans-Montana zu gewinnen.

Der 46-jährige Jimenez, 17-facher Sieger auf der Europa-PGA-Tour, spielte sich am Freitag in einen wahren Rausch. Er benötigte nur 61 Schläge (10 unter Par) und stellte damit auf dem 1999 mit 18 neuen Greens renovierten Par-71-Kurs einen Rekord auf.

Jimenez liegt an dem mit 2 Millionen Euro dotierten Turnier nunmehr mit drei Schlägen Vorsprung in Führung, dennoch ist für das Wochenende Spannung angesagt: Die ersten Verfolger sind die aufstrebenden Italiener Edoardo Molinari und Matteo Manassero. Zu den prominenten Ausgeschiedenen zählen der südafrikanische British-Open-Sieger Louis Oosthuizen - er benötigte einen Schlag zu viel - und der 55-jährige Stargast Greg Norman. Der "Weisse Hai" konnte seinen Trainingsrückstand nach einer einjährigen Pause (Schulteroperation) nicht verbergen. Trotz zwei Runden von 75 Schlägen scharte der charismatische Australier jedoch viele begeisterte Zuschauer um sich.

Aus Schweizer Sicht fällt die Zwischenbilanz positiv aus. Der Davoser Fredrik Svanberg mit vier Schlägen unter Par und der Genfer Julien Clément mit zwei Schlägen unter Par qualifizierten sich für die Finalrunden - Clément bereits zum vierten Mal in Serie.

Vor zwei Jahren war Clément mit dem 3. Platz das beste Schweizer Resultat aller Zeiten am traditionsreichen Heimturnier gelungen. Heuer weist er einen zu grossen Rückstand vor, um diesen Coup in den verbleibenden Runden vom Samstag und Sonntag wiederholen zu können. "Aber es gibt noch viele Ränge gutzumachen", sagte Clément, der mit seiner Leistung am Freitag "nicht zufrieden" war. Er hob dennoch einen positiven Aspekt hervor: "Ich bin froh darüber, dass ich auch dann noch ein einigermassen passables Resultat spiele, wenn es nicht läuft - so wie in dieser Runde."

Der 29-jährige Svanberg wird in dieser Woche das wertvollste Resultat seiner erst vierjährigen Profikarriere realisieren, unabhängig vom Ausgang am Wochenende. Er spielt erst zum zweiten Mal am European Masters mit; vor zwei Jahren hatte er die Finalrunden um zwei Schläge verpasst. Der grosse und kräftige Davoser spielt üblicherweise auf der Alps Tour, der dritten Stufe im europäischen Profigolf. Er hat sich jedoch Jahr für Jahr verbessert. Sein erklärtes Ziel ist der Aufstieg in die Europa-PGA-Tour.

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