Europas Golfteam hat in einem dramatischen Finale den Ryder Cup zurückerobert und den entthronten Titelverteidiger USA um Superstar Tiger Woods frustriert nach Hause geschickt.

Der prestigereiche Ryder Cup ist wieder in europäischer Hand. Europas Golfprofis gewannen in Wales den 38. Kontinentalwettkampf gegen die USA mit dem knappstmöglichen Ergebnis von 14,5:13,5 Punkten.

Die über 40000 europäischen Fans auf dem "Twenty-Ten"-Platz in Newport jubelten und lagen sich in den Armen. Nach dem garstigen Wetter am Wochenende erlebten sie am Montag bei strahlendem Sonnenschein einen perfekten Golftag - mit viel Spannung, nervenaufreibenden Duellen und dem Sieger nach ihrem Geschmack: Europa.

Die von Captain Colin Montgomerie befehligten Europäer hatten sich vor den Einzeln einen Vorsprung von 9,5:6,5 Punkten erarbeitet. Diesen Vorteil hatten sie zuletzt bitter nötig, denn die in den Einzelmatches traditionell starken Amerikaner kamen noch bedrohlich nahe heran. Als nur noch eine Partie offen war, stand es 13,5:13,5. Ein weiterer halber Punkt hätte den Amerikanern gereicht, denn bei einem 14:14 bleibt der Titelverteidiger im Besitz des Pokals. Im letzten Match standen sich der nordirische US-Open-Sieger Graeme McDowell und der Amerikaner Hunter Mahan gegenüber. Erst am 17. Loch sicherte McDowell seinem Team schliesslich den erhofften Triumph.

Zu Europas Helden zählte der 46-jährige Routinier Miguel Angel Jimenez, vor drei Wochen Sieger des European Masters in Crans-Montana. Der grossartig aufspielende Spanier liess dem amerikanischen Longhitter Bubba Watson keine Chance. Siege in Crans-Montana scheinen eine perfekte Vorbereitung für den bedeutendsten Golf-Event zu sein. Der Italiener Costantino Rocca sicherte Europa 1997 in Valderrama (Sp) den Sieg mit einem Einzel-Erfolg über Tiger Woods -- ebenfalls nur drei Wochen nach seinem Triumph im Wallis.

Der in diesem Jahr nicht in den gewohnten Tritt gekommene Tiger Woods zeigte im Einzel eine sensationelle Leistung. Sein Gegner, der italienische Debütant Francesco Molinari, spielte seinerseits fehlerlos und ausgezeichnet (3 unter Par), doch Woods bewältigte die ersten 13 Löcher mit sagenhaften 8 Schlägen unter Par. Auf der 12. Spielbahn lochte er den Ball aus fast 150 Metern zum Eagle ein. Die Partie war nach 15 Löchern entschieden. Woods' Effort nützte den Amerikanern letztlich jedoch nichts.

Die Europäer bestätigten ihre Dominanz der letzten Jahre. Sie haben nunmehr sechs der letzten acht Kontinentalwettkämpfe gewonnen.

Newport (Wales). 38. Ryder Cup: Europa - USA 14,5:13,5. - Die 12 Einzel vom Montag (5:7): Lee Westwood (Europa) u. Steve Stricker (USA) 2 und 1. Rory McIlroy - Stewart Cink geteilt. Luke Donald s. Jim Furyk 1 up. Martin Kaymer u. Dustin Johnson 6 und 4. Ian Poulter s. Matt Kuchar 5 und 4. Ross Fisher u. Jeff Overton 3 und 2. Miguel Angel Jimenez s. Bubba Watson 4 und 3. Francesco Molinari u. Tiger Woods 4 und 3. Edoardo Molinari - Rickie Fowler geteilt. Peter Hanson u. Phil Mickelson 4 und 2. Padraig Harrington u. Zach Johnson 3 und 2. Graeme McDowell s. Hunter Mahan 3 und 1.

Sonntag. Foursome (2:0): Donald/Westwood s. Stricker/Woods 6 und 5. McDowell/McIlroy s. Zach Johnson/Mahan 3 und 1. -- Fourball (3,5:0,5): Harrington/Fisher s. Furyk/Dustin Johnson 2 und 1. Hanson/Jimenez s. Watson/Overton 2 up. Molinari/Molinari - Cink/Kuchar geteilt. Poulter/Kaymer s. Mickelson/Fowler 2 und 1.

Samstag. Fourball (1,5:2,5): Westwood/Kaymer s. Mickelson/Dustin Johnson 3 und 2. McIlroy/McDowell - Cink/Kuchar geteilt. Poulter/Fisher u. Stricker/Woods 2 up. Donald/Harrington u. Watson/Overton 3 und 2. - Foursome (2,5:3,5): Jimenez/Hanson u. Woods/Stricker 4 und 3. Molinari/Molinari u. Zach Johnson/Mahan 2 up. Westwood/Kaymer - Furyk/Fowler geteilt. Harrington/Fisher s. Mickelson/Dustin Johnson 3 und 2. Poulter/Donald s. Watson/Overton 2 und 1. McDowell/McIlroy u. Cink/Kuchar 1 up.

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