24 Stunden vor dem kursweisenden EM-Ausscheidungs-Spiel gegen Wales ist Anspannung im Schweizer Team spürbar.

Aber Coach Ottmar Hitzfeld relativierte den Druck: "Es ist ein Spiel. Wir müssen es nicht dramatisieren." Personell wird der SFV-Trainer einige Wechsel vornehmen. Stephan Lichtsteiner kehrt nach seiner Sperre zurück. Torhüter Diego Benaglio wird ebenfalls wieder spielen. Weitere Änderungen gab Hitzfeld nicht bekannt. Es ist damit zu rechnen, dass Barnetta im Mittelfeld zur Startformation gehört. Eine Systemänderung ist praktisch ausgeschlossen: "Ich habe drei Stürmer und zwei werden spielen."

Die Lage ist vergleichbar mit der Situation vor zwei Jahren, als die Schweiz nach dem 1:2 gegen Luxemburg früh mit dem Rücken zur Wand stand. Für den Coach "fehlt wenig. Wir haben uns in Montenegro Chancen erspielt." Es sei keine Frage der Leidenschaft, sondern mehr eine der Effizienz. Noch hofft er: "Irgendwann wird der Knoten platzen."

In der letzten Krisenlage stattete Roger Federer den Schweizer Fussballern einen Besuch ab. Am Sonntagabend entschloss sich die Teamleitung spontan, ein Gespräch mit Simon Ammann zu arrangieren. In Einsiedeln besichtigte das Team die Sprungschanze und unterhielt sich später mit dem vierfachen Olympiasieger - wohl auch über den Faktor "mentale Stärke im Spitzensport".

Captain Alex Frei ortete die Probleme ebenfalls im mentalen Bereich. Die aktuelle Problematik habe weder etwas mit der spielerischen Qualität, noch mit dem Willen oder mit dem Trainer zu tun, vieles spiele sich im Kopf ab. "Wir benötigen eine positive Szene, die uns davon befreit." Und er wiederholte seinen Leitspruch: "Abgerechnet wird erst am Schluss."

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