Der erfolgreichste Schwinger aller Zeiten verlässt das Sägemehl und hängt die Zwilchhosen an den Nagel. Jörg Abderhalden hat im Alter von 31 Jahren den Rücktritt erklärt.

Das Karriereende kommt nicht überraschend. Es war gemeinhin erwartet worden, dass der Toggenburger nach seiner fünften Teilnahme an einem "Eidgenössischen" abtritt.

Der Nordostschweizerische Schwingerverband verliert sein Aushängeschild. Abderhalden kann ein Palmarès vorweisen, das seinesgleichen sucht. Dreimal krönte er sich zum Schwingerkönig: 1998 in Bern im zarten Alter von 19 Jahren, 2004 in Luzern sowie 2007 in Aarau. Beim wichtigsten Rendez-vous dieser Sportart ist ein derartiges Triple sonst nur Ruedi Hunsperger und Hans Stucki gelungen.

2001 in Nyon musste Abderhalden nach einem "Gestellten" im Schlussgang den Königs-Titel seinem Klubkameraden Arnold Forrer überlassen. Zuletzt im August in Frauenfeld belegte er Rang 2 hinter dem überragenden Berner Kilian Wenger. Abderhalden wurde unter anderem die Niederlage gegen seinen Thronfolger im 5. Gang vom frühen Sonntagmorgen zum Verhängnis. In der Thurgau-Arena verpasste er den Schlussgang knapp. Trotzdem durfte Abderhalden mit dem Abschneiden in Frauenfeld zufrieden sein, musste er sich doch nach einer schweren Knie-Verletzung, die er im August 2009 auf der Schwägalp erlitten hatte, nach einer langen Zwangspause an die Spitze zurückkämpfen.

Abderhalden hat zudem als erster den "Schwinger-Grand-Slam" erreicht. Nach seinem Triumph am Eidgenössischen 1998 konnte er in den Jahren darauf andere Highlights mit eidgenössischem Charakter zu seinen Gunsten entscheiden: 1999 siegte er am Unspunnen-Fest in Interlaken, 2002 am ebenso renommierten Kilchberger Schwinget. Insgesamt feierte er 51 Kranzfestsiege. Die Anzahl Kränze beläuft sich auf die stolze Summe von 86.

2007 fiel ihm die Ehre zu, zum "Schweizer des Jahres" gewählt zu werden.

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