In der Gruppe 7 der EM-Ausscheidung ist für die Schweizer Handballer hinter Dänemark und Russland zusammen mit Weissrussland nur eine kleine Aussenseiterrolle vorgesehen.

Derzeit stehen sie einem Fehltritt näher als einem "Big Point". Gleich zum Auftakt steht heute Mittwoch eine aussagekräftige Standortbestimmung im Programm. In der rund 80 km südlich von Moskau gelegenen "Trabanten-Stadt" Tschechow trifft die SHV-Equipe auf Russland. Die Osteuropäer haben für ihre ehemals hochklassigen Verhältnisse einen regelrechten Absturz hinter sich. Die letzte Kontinental-Meisterschaft in Österreich endete für die "Sbornaja" auf Rang 12 und im Fiasko.

Zuvor war für die Russen bereits die WM praktisch ergebnislos verlaufen. Im letzten Sommer hatten sie im Playoff vor eigenem Publikum gegen Rumänien ein blamables Out zu verkraften. Damit wird Russland erstmals seit der Gründung der Föderation vor 18 Jahren an einem Rendez-vous der internationalen Elite fehlen. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London ist für die frühere Top-Nation nur noch mit einer brillanten EM-Endrunde zu retten.

Die Schweizer ihrerseits haben auf russischem Boden keine guten Resultate vorzuweisen. Zehn Fehltritte in Serie stehen zu Buche. Seit 1972 hat im früheren Sowjet-Teil des Ostblocks keine SHV-Vertretung mehr gewonnen. Und so sehr der Kontrahent von heute Abend mit einer Krise zu kämpfen hat, so klar sind die Rollen verteilt - zumal Russland praktisch mit dem Champions-League-Teilnehmer Medwedi Tschechow identisch ist.

Der Plan der Gäste ist klar. Auswärts steht die Begrenzung des Schadens im Vordergrund, vor eigener Kulisse darf sich das Schweizer Team im Prinzip keinen Ausrutscher erlauben. Für eine Überraschung wäre heute ein nahezu perfekter Auftritt notwendig. Ob die Schweizer in ihrer aktuellen Besetzung dazu in der Lage sind, ist eher undenkbar. Mit Daniel Fellmann und Marko Vukelic fallen zwei wichtige Spieler verletzt aus. Damit fehlen Nationalcoach Goran Perkovac auf den Aufbauerpositionen erneut die Alternativen. Vor allem der Linkshänder-Posten ist nach wie vor vakant.

In Tschechow muss Perkovac auf einen relativ kleinen Stamm von erfahrenen Professionals setzen, auf den Basler Keeper Pascal Stauber, Linksaussen und Bundesliga-Rückkehrer Manuel Liniger (Lemgo), den Schaffhauser Captain Iwan Ursic, Regisseur Schmid und auf den Allrounder Marco Kurth (Pfadi Winterthur). Wesentlich mehr an internationaler Erfahrung ist nicht vorhanden.

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