Die Stadt St. Gallen zahlt nichts an die Entschuldung des FC St. Gallen und seines neuen Fussballstadions.

Das Stadtparlament hat eine Finanzspritze von zwei Millionen Franken an die maroden Betreiberfirmen des Fussballstadions am Dienstagabend abgelehnt. Der Entscheid gegen die Finanzspritze im 63-köpfigen Stadtparlament fiel mit zwei Dritteln Nein-Stimmen deutlich aus. Lediglich einige FDP-Vertreter und die CVP sagten Ja zum Entschuldungsplan.

Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des St. Galler Stadtrates hatte dem Parlament empfohlen, die Finanzspritze nicht zu bewilligen. SP, Grüne und die SVP scheinen dieser Empfehlung geschlossen gefolgt zu sein.

Das Ende August vorgelegte Sanierungspaket "Futura" zur Rettung der AFG-Arena und des Ostschweizer Traditionsvereins sieht Finanzspitzen von 16 Millionen Franken vor. Die Stadt hätte zwei Millionen beisteuern sollen. Der Kanton sollte sich mit vier Millionen Franken beteiligen. Ein Bankenkonsortium und private Investoren hätten je fünf Millionen beigesteuert, falls die öffentliche Hand den ersten Schritt gemacht hätte.

Am Desaster seien die Manager schuld, war der Tenor im St. Galler Rat. Misswirtschaft habe das Stadion und den ASL-Verein an den Rand des Ruins getrieben. Es gebe keinen Grund, dass die Steuerzahler dafür gerade stehen sollten, zumal sie mit der Schenkung des Baulandes im Wert von 42 Millionen Franken längst genug bezahlt hätten.

Weiteres Ungemacht droht auch von Finanzier Edgar Oehler, dem prominenten Sponsor und Förderer des FC St. Gallen. Oehler will sich aus dem Fussballgeschäft zurückziehen, falls der Verein in die 1. Liga absteigen sollte. Der Unternehmer will im Falle eines Zwangsabstieges nicht länger als Namensgeber für das Stadion auftreten. Die Firma AFG zahlt jährlich einen hohen siebenstelligen Betrag für das Namensrecht am St. Galler Stadion.

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