Das Schweizer Frauenfussball-Nationalteam darf immer noch von der erstmaligen WM-Teilnahme träumen.

Um die Erfolgsgeschichte fortzusetzen, ist heute Abend im Barrage-Rückspiel gegen Italien ein Sieg notwendig.

Die Auswahl von Béatrice von Siebenthal muss in Aarau einen 0:1-Nachteil wettmachen. Die Schweizerinnen kassierten den Gegentreffer im Hinspiel erst in der 86. Minute. Zudem mussten sie länger als eine Halbzeit in Unterzahl spielen, nachdem Rahel Graf des Feldes verwiesen worden war. Die ukrainische Schiedsrichterin legte der Verteidigerin von Kriens eine "Notbremse" zur Last. Der Haken an der Sache war, dass nicht Graf das Foul begangen hatte, sondern Marina Keller. Die Schweiz hat wegen der Verwechslung gegen eine Sperre für Graf das Veto eingelegt. Der Protest wurde gutgeheissen. Graf ist heute einsatzberechtigt.

Im Gegensatz zur letzten Barrage-Runde, als sie Dänemark gegenüberstanden (Gesamtskore 3:1), können die Schweizerinnen nicht mehr mit einem Polster zum Rückspiel auf heimischem Terrain antreten. Deshalb wird für den heutigen Auftritt auf dem Brügglifeld eine offensivere Taktik gewählt. Die Devise heisst Angriff. Das Pressing wird verstärkt. Vom routinierteren und höher eingestuften Gegner erwartet man im Schweizer Lager, dass er in typisch italienischer Manier zur "Catenaccio"-Strategie greift und sich mit Kompaktheit auf das Verteidigen des knappen Vorsprungs konzentriert. Nachteilig könnten sich die Absenzen der Leistungsträgerinnen Caroline Abbé (gesperrt), Ramona Bachmann und Nicole Remund (beide verletzt) auswirken. Im Gegenzug ist die erst 17-jährige Lia Wälti von YB nachnominiert worden.

Scheitert die Schweiz an der Hürde Italien, zerplatzt der WM-Traum. Falls die Schweizerinnen den Weltranglisten-Elften bezwingen, trennt sie bloss noch ein allerletztes Barrage-Duell von der unerwarteten Endrunden-Qualifikation. Man würde sich im November mit dem Dritten der CONCACAF-Zone messen.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel