Frankreich kommt unter Laurent Blanc immer besser in Fahrt.

"Les Bleus" besiegten England im Wemblay hoch verdient 2:1. Benzema (16.) und Valbuena (55.) entschieden den Vergleich der europäischen Schwergewichte.

Fabio Capello hatte die englischen Fans schon vor dem Anpfiff um Geduld und Nachsicht gebeten. Nach diversen Absagen wegen Verletzungen befürchtete der englische Coach offenbar einen ungemütlichen Abend. Das Gefühl des Italieners trügte nicht: Die "Three Lions" hatten im eigenen Stadion vor allem vor der Pause zu leiden wie lange nicht mehr.

Madrids Stürmer Karim Benzema markierte nach einer wunderbaren Co-Produktion mit Malouda früh das elfte Tor im Nationalteam. England, der ungeschlagenen Nummer 2 der Schweizer Gruppe, fehlte zu lange die Qualität zur angemessenen Reaktion. Stattdessen traf Mathieu Valbuena nach einer Flanke Sagnas volley zum 2:0 (55.).

Die neu formierten Franzosen, die in nichts mehr an die blamable WM-Auswahl erinnerten, prägten während 70 Minuten die Partie. Erst in der Schlussphase - nach beidseits unzähligen Auswechslungen - kamen die Engländer auf. Joker Peter Crouch löste mit dem 1:2 (86.) im Strafraum der Gäste erhebliche Turbulenzen aus. "Er ist eben doch mehr als eine Giraffe", stellte der überhebliche TF1-Reporter höhnisch fest.

Im kommenden März empfängt Bulgarien vor eigenem Publikum im Spiel der womöglich letzten EM-Chance die Schweiz. Die Osteuropäer bezogen im zweitletzten Test vor dem Schlüsselspiel eine 0:1-Niederlage gegen Serbien. Nikola Zigic, der lange Stürmer von Birmingham, entschied die Partie in der 80. Minute.

Für Lothar Matthäus war der Fehltritt mit Bulgarien eine Premiere. Der deutsche Rekord-Nationalspieler steht erst seit Mitte September in der Verantwortung. Zum Start seines Engagements hatte "Loddar" die Bulgaren zu zwei Siegen ohne Gegentor geführt.

Montenegro, mittlerweile die Nummer 26 der FIFA-Rangliste, verwöhnte seine Anhänger mit einem weiteren Erfolg. Gegen Aserbaidschan genügte vor 3000 Zuschauern selbst eine "B-Auswahl" zum problemlosen 2:0-Sieg. Pejovic und Beciraj, die nicht zum Stamm zählen, markierten in der zweiten Hälfte die Treffer.

Egal, wen Nationalcoach Zlatko Kranjcar nominiert, das Team ist in der Defensive nicht auszuspielen. In der EM-Kampagne hat der verblüffende Leader der Gruppe G in vier Partien kein Gegentor hinnehmen müssen.

Nach Wales und der Schweiz haben auch die von Berti Vogts gecoachten Gäste - im Oktober dank dem 1:0 gegen die Türkei europaweit in den Schlagzeilen - in Podgorica keine Spuren hinterlassen.

England - Frankreich 1:2 (0:1). - Tore: 16. Benzema 0:1. 55. Valbuena 0:2. 86. Crouch 1:2.

England: Foster; Jagielka, Ferdinand (46. Richards), Lescott, Gibbs (72. Warnock); Gerrard (84. Crouch), Henderson, Barry (46. Young); Walcott (46. Johnson), Milner; Carroll (72. Bothroyd).

Frankreich: Lloris; Sagna (87. Réveillère), Rami, Mexès (46. Sakho), Abidal; Gourcuff (84. Hoarau), M'Vila, Nasri; Valbuena (68. Diarra), Benzema (67. Rémy), Malouda (77. Payet).

Bemerkungen: England u.a. ohne Rooney, Terry, Ashley Cole, Defoe, Bent (alle verletzt), Frankreich ohne Ribéry (geschont). Verwarnungen: 49. Henderson (Foul).

Montenegro - Aserbaidschan 2:0 (0:0). - Tore: 62. Pejovic 1:0. 73. Beciraj 2:0. - Bemerkung: Montenegro u.a. ohne Vucinic und Zverotic (verletzt).

Bulgarien - Serbien 0:1 (0:0). - Tor: 80. Zigic 0:1.

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