Roberto Belge wurde in seinem bislang bedeutendsten Kampf als Profiboxer erstmals und gleichzeitig diskussionslos geschlagen.

Im englischen Bolton blieb der 31-jährige Tessiner aus Lugano in einem Fight um den EM-Titel im Weltergewicht chancenlos.

Belge unterlag dem britischen Titelverteidiger Matthew Hatton durch technischen K.o. in der 3. Runde. Hatton entschied das ungleiche Duell mit einem Körperhaken, der den von Schmerz gepeinigten Belge in die Knie zwang.

Als Belge keine Anstalten machte, den Kampf fortsetzen zu können, brach der Ringrichter den Fight noch vor dem Auszählen von Belge ab. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der kräftige Hatton das Geschehen mit seiner Schlaghärte und physischen Überlegenheit fast nach Belieben dominiert.

Für Hatton war es die zweite erfolgreiche Titelverteidigung. Hatton ist seit zehn Jahren Berufsboxer, der als 8:1-Aussenseiter in den Ring gegangene Belge erst seit 2004. Der frühere Schweizer Weltmeister des kleinen IBC-Weltverbandes war mit einem Kampfrekord von 25:0 Siegen bei einem 1 Remis (4 vorzeitig) in den Ring gestiegen.

Der Kampfrekord des 29-jährigen Briten hält nun bei 41:4 Siegen (15 vorzeitig) und zwei Remis. Der jüngere Bruder von Ricky Hatton, der mehrfacher Weltmeister in zwei Gewichtsklassen und in England eine Zeitlang ein Box-Superstar war, wird nun aller voraussicht nach den WBA-Weltmeister Wjatscheslaw Senschtechenko (Ukr) herausfordern können.

Belge war in Grossbritannien im Vorfeld des Kampfes viel Respekt entgegengebracht worden. "Ein sehr disziplinierter Boxer mit einer starken Führhand und exzellenten boxerischen Fähigkeiten", lautete beispielsweise die Einschätzung von "boxingnews24.com".

Der letzte Box-Europameister aus der Schweiz bleibt nun aber weiterhin Mauro Martelli, der 1987 den Weltergewichts-EM-Titel eroberte und diesen vier Mal erfolgreich verteidigte.

Als letzter Schweizer vor Belge hatte James Fenu vor fast genau neun Jahren in Telde auf Gran Canaria (Sp) um einen EM-Titel im Profiboxen gekämpft. Der wie Martelli aus dem Waadtland stammende Fenu verlor damals gegen den damaligen russischen Titelverteidiger im Halbleichtgewicht, Boris Sinitsin, durch technischen K.o. in der 7. Runde.

Bolton. EM im Weltergewicht (66,678 kg): Matthew Hatton (Gb/Titelverteidiger) s. Roberto Belge (Sz) durch technischen K.o. in der 3. Runde.

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