Für den FCL steht der 16. Spieltag der Axpo Super League im Zeichen der Bewältigung der Cup-Blamage.

Im Spitzenspiel der Runde empfängt YB den FC Sion. Für beide Teams ist das Ergebnis womöglich wegweisend. Basel und Zürich, die Verfolger von Luzern, haben Pflichtaufgaben zu erfüllen.

Das Out in Biel kam für Luzern ohne Vorwarnung. Thun ist für den ASL-Leader unter Umständen nicht die geeignete Plattform zur Rückmeldung. Der Aufsteiger düpierte vor knapp zwei Wochen den FCB auswärts. Murat Yakins Equipe hat erst dreimal verloren und bewegt sich in dieser Sparte auf gleichem Niveau wie die Spitzenteams der Liga. Luzerns Coach Rolf Fringer bringt es auf den Punkt: "Thun ist das Team der Stunde."

Im Falle Basels ist vieles eine Frage der Energie, aber gewiss keine der Klasse. Vier Tage nach dem Kraftakt in der Champions League gegen Cluj (1:0) kehren die Bebbi in der wohl erneut halb leeren "Maladière" ins nationale Business zurück. Für Thorsten Fink ist nicht die europäische Bühne, sondern die ASL der Hauptschauplatz. Das Ticket für den nächsten CL-Wettbewerb löst der FCB auf Schweizer Boden.

Zürich liegt punktgleich mit dem FCB zwei Zähler hinter dem topklassierten FCL. Die Platzierung könnte noch besser sein, wäre die Bilanz gegen die übrigen Vertreter der Top 4 (Luzern, FCB und Sion) vorteilhafter. Nur drei von möglichen 15 Punkten gewannen die Stadtzürcher in jenen Spielen. Gegen die anderen sechs Teams büsste der FCZ lediglich sieben von 30 Punkten ein. In St. Gallen (7.) ist demzufolge mit einem positiven Resultat zu rechnen.

In der Axpo Super League sind derzeit zehn Coaches engagiert. Mit etwas Argwohn könnte man das Trainer-Feld auch auf neun reduzieren - im Wallis wurde Bernard Challandes vom Präsidenten zum bestbezahlten Assistenten degradiert. Kurz vor der Verlängerung im Cup-Achtelfinal in Lugano (3:2) machte Christian Constantin die wahren Verhältnisse öffentlich: Er sprach auf dem Platz zum Team und legte wohl auch gleich die Taktik fest.

Challandes liess sich die Blossstellung von "CC" gefallen. Er finde es zwar "nicht so gut", liess sich der Jurassier in verschiedenen Zeitungen zitieren, aber auflehnen mochte er sich gegen den präsidialen Eingriff nicht. Das Duo "BC/CC" steht unter Starkstrom - und Constantin sitzt am Schalter. Ohne Lizenz, aber mit dem nötigen Kleingeld ausgestattet.

Klammheimlich hat sich YB in den letzten Wochen wieder der erweiterten Spitze angenähert. Nur eine der vergangenen acht Partien (0:2 in Luzern) hat der Meister-Kandidat verloren. Das Spiel gegen den unberechenbaren FC Sion ist für die Berner so oder so kursweisend. Vladimir Petkovic steht wie sein Amtskollege Challandes unter Druck; ein Rückschlag würde kurz vor der Winterpause womöglich eine Trainer-Debatte auslösen.

Der Tabellenletzte GC steht vor einer kapitalen Aufgabe. Gegen Bellinzona (mit drei Punkten mehr an neunter Stelle klassiert) darf sich der Rekordmeister im Prinzip keine weitere Niederlage mehr erlauben. Ansonsten spitzt sich die Lage zu.

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