Swiss Tennis verstärkt das technische Know-How weiter: An der Jahresendpressekonferenz in Biel wurde bekanntgegeben, dass Heinz Günthardt während zehn Wochen pro Jahr als Chefberater fungieren wird.

Der erste Schweizer Top-Professional wird Chefberater im technischen Bereich und ist als solcher direkt René Stammbach unterstellt. Der Präsident, der sich einst in der Wahl gegen Günthardt durchgesetzt hatte, freute sich sehr über den gleichermassen prominenten wie profilierten Zuzug: "Es ist super, dass wir ihn an Bord haben."

Günthardt, der sich "sehr beeindruckt" zeigte vom hohen Niveau bei Staff und Spielern, das er in einer "Probewoche" angetroffen habe, umriss die Ziele in seiner Antrittsrede so: "Es ist wichtig, die Spieler so nahe wie möglich ans Maximalpotenzial heranzuführen, die letzten 3 bis 4 Prozent aus ihnen herauszukitzeln. Unsere Aufgabe ist es, aus guten Spielern sehr gut zu machen."

Mit Günthardt hat der Verband einen "dicken Fisch" an Land gezogen, der sich auch in der essenziellen Juniorenförderung bestens auskennt. Der Co-Kommentator beim Schweizer Fernsehen gewann im Doppel das Wimbledon-Turnier (zusammen mit dem Ungarn Balazs Taroczy) und ist einer der wenigen anerkannten Trainer auf der WTA-Tour. Er betreute unter anderen Steffi Graf, Jennifer Capriati und zuletzt die Serbin Ana Ivanovic.

Ebenfalls Fortschritte erzielt wurden im Davis Cup, wo die späte Absage von Roger Federer für die Partie im September in der verlorenen Playoff-Partie in Kasachstan für Missstimmung gesorgt hatte. Stammbach reisteim Oktober nach Stockholm und sprach dort mit Federer, Captain Severin Lüthi und Stanislas Wawrinka. Aus diesen positiven Gesprächen ergaben sich mehrere Konsequenzen: Erstens hat Roger erklärt, er werde noch lange Davis Cup spielen. Zweitens wird er die Planung künftig früher bekanntgeben und drittens wird der Staff angepasst, je nachdem, ob Federer dabei ist oder nicht.

Stammbach brachte aber auch Verständnis dafür auf, dass RF angesichts seiner vielen Verpflichtungen nicht in jeder Partie dabeisein kann: "Für Swiss Tennis ist es mindestens so wichtig, dass wir einen Spieler haben, der die Nummer 1 oder 2 ist und Grand-Slam-Turniere gewinnen kann als einen, der Davis Cup spielt."

In Eilat wird Anfang Februar das Fedcup-Team die Mission Wiederaufstieg in die Weltgruppe II lancieren. Mit dabei ist die gesamte Elite: Patty Schnyder, Timea Bacsinszky und Stefanie Vögele hatten schon länger zugesagt, als vierte Spielerin reist die routinierte Schweizer Meisterin Myriam Casanova mit.

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