In seiner Sport1.de-Kolumne erzählt Tennishoffnung Jaan Brunken vom Training mit Nicolas Kiefer und vom Turnier in Düsseldorf.

Liebe Tennis-Freunde,

nach dem guten Wochenende bei den Großen Medenspielen in Wuppertal bin ich mit meinem Trainer Sascha Nensel nach Düsseldorf zum 35.000-Dollar-Challenger-Turnier gefahren.

Ich war direkt im Hauptfeld, weil ich vom DTB eine Wildcard erhalten hatte. Als wir ankamen und ich wusste, dass ich am nächsten Tag erst das vierte Match gegen den Kasachen Juri Schukin spielen würde, gingen wir auf die Trainingsplätze, damit ich noch ein wenig auf der Anlage spielen konnte.

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Sascha kam erst einige Tage zuvor aus New York wieder. Und auch in Düsseldorf war es fast wie bei den US Open.

Denn auf dem Platz neben uns trainierten Stars wie Andreas Beck und Jewgeni Korolew, die beide in New York gespielt hatten. Dazu kam noch, dass die Anlage in Düsseldorf in unmittelbarer Nähe zum Flughafen liegt, und somit die Flugzeuge im Minutentakt über unseren Köpfen vorbei flogen. Eben wie in Flashing Meadows.

Nach einer Stunde fanden wir beide, dass die Form stimmte und ich bereit war. Also fuhren wir ins Hotel. Normalerweise ist es ziemlich schwer für ein Hotel, einen positiv bleibenden Eindruck bei einem Tennisprofi zu hinterlassen. Doch unseres in Düsseldorf hat es geschafft: Es war direkt in der LTU Arena, und aus dem Restaurant schaute man ins Innere des Stadions.

Wahrscheinlich war in dem Preis der atemberaubende Ausblick mit inbegriffen, denn viel zu essen bekamen wir für unser Geld nicht. Wir unterhielten uns noch ein wenig und gingen in unsere Zimmer. Meins Zimmer war vom Fahrstuhl viel zu weit entfernt - ein gefühlter Halb-Marathon.

Ich schaute mir noch ein bisschen Rafael Nadal gegen Sam Querrey an, bevor ich schlafen ging.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg zur Anlage. Ich war mit Andy Beck zum Einspielen verabredet. Nach 45 Minuten hatten wir beide genug und gingen Essen.

Dann war es höchste Zeit, mit der Matchvorbereitung zu beginnen: Logos auf die Saiten malen, neue Griffbänder wickeln und Matchklamotten aussuchen und einpacken.

Zurück an der Anlage, habe ich mich mit meinem Coach über meinen Matchplan unterhalten. Alles was ich über meinen Gegner wusste war, dass er Juri Schukin heißt, aus Kasachstan kommt und die Nummer 149 der Welt ist.

Sascha hat sich in meiner Abwesenheit bei anderen Spielern schlau gemacht und somit ging ich mit der Gewissheit ins Match, dass er eine bessere Vorhand als Rückhand hat und auch nicht unmenschlich serviert, was sich alles bewahrheiten sollte.

Das Match fing gut an und ich brachte mein erstes Aufschlagsspiel zu Null durch. Als nächstes wollte ich unbedingt ein Break.

Aber daraus wurde nichts. Das nächste was ich bemerkte war, dass der Schiedsrichter sagte: "Spiel Schukin. Schukin führt mit 5:1." Zwar kam ich noch mal ran, aber den ersten Satz verlor ich mit 4:6.

Auch im zweiten Durchgang lief es zunächst nicht besser. Ich lag blitzschnell 0:3 zurück. Ich konnte es kaum fassen, riss mich aber zusammen und kämpfte mich zurück ins Spiel. Zwischenzeitlich schaffte ich sogar das 3:3.

Aber wieder musste ich umgehend ein Break, trotz Spielbällen, hinnehmen. Beim Stand von 4:5 hatte ich drei Breakbälle. Ausgerechnet dann kam eine meiner Schwächephasen, die ich leider in diesem Match zu oft hatte. Ich verlor - 4:6 und 4:6.

Eigentlich war ich der bessere Spieler, aber ich war nicht konstant. Aber das bekomme ich auch noch in den Griff.

Euer Jaan Brunken

Jaan Brunken, 18, spielt im C-Kader des DTB und ist eines der hoffnungsvollsten Talente im deutschen Tennis. Er kommt aus Verden und gehört derzeit zu den besten 25 Juniorenspielern der Welt. Brunken trainierte zuletzt viel mit dem Profi Nicolas Kiefer und wird seit einigen Monaten auch von dessen Trainer Sascha Nensel betreut. Brunken schaffte bei den Australian Junior Open in diesem Jahr den Einzug in das Achtelfinale.

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