In seiner Sport1.de-Kolumne erzählt Jaan Brunken über die Probleme, mit denen Tennisspieler auch neben dem Court zurechtkommen müssen.

Liebe Tennis-Freunde,

letztes Wochenende habe ich die Qualifikation in Nürnberg bei einem mit 10.000 Dollar dotierten ITF-Future-Turnier gespielt.

Ich hab kurzfristig entschieden, dort zu spielen und bin spontan mit zwei anderen Spielern aus meinem Trainingsort Hannover nach Nürnberg gefahren.

Die drei Stunden Zugfahrt habe ich allerdings auf dem Boden verbracht, da wirkten die 15 Minuten Taxifahrt vom Bahnhof zur Tennisanlage somit angenehm kurz und komfortabel, da ich wieder in einem normalen Sitz saß.

Ich kannte das Turnier bereits, aber diesmal bin ich ohne meinen Trainer zur Quali gefahren und musste so alles selber regeln. Vom Hotel bis zum Trainingsplatz.

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Die Hotelbuchung verlief allerdings nicht komplett problemfrei. Da zur selben Zeit in Nürnberg ein Radrennen stattfand, waren keine Doppelzimmer mehr frei und somit mussten meine beiden Freunde und ich alle in ein Einzelzimmer.

Am Tag der ersten Qualirunde bin ich erst sehr spät auf die Anlage gekommen, so gegen 12 Uhr, da ich auch spät angesetzt war. Aber schon in dem Moment, in dem ich die Hotellobby Richtung Parkplatz verließ, merkte ich, dass es kein angenehmer Turniertag werden würde, denn obwohl die Sonne schien, waren es nur knapp elf Grad. Nun sind elf Grad nicht sonderlich kalt, aber man muss bedenken, dass wir draußen gespielt haben. Mir ist sowieso ein Rätsel, wie man Mitte September noch ein Freiluftturnier in Deutschland veranstalten kann.

Die Wartezeit habe ich mir mit Musik hören und lesen vertrieben. Achja, und das Match von meinen Gegnern habe ich mir auch angesehen. Ich musste gegen den Slovenen Rok Bonin spielen. Ich kannte ihn nur flüchtig von internationalen Jugendturnieren. Er ist ein Jahr älter als ich und seine Spielweise kannte ich nicht.

Ich begann das Match gut, doch konnte das Niveau nicht halten. Am Ende gewann das Match über meine Einstellung 6:7 6:1 und 6:3. Ich wurde gerade noch fertig, bevor die Dunkelheit ein Spielen unmöglich machte. Also bin ich direkt danach ins Hotel und noch kurz beim Chinesen etwas zum Essen geholt.

Im Qualifinale musste ich gegen einen Deutschen, den ich nicht weiter kannte und hatte deswegen auch keine großen Sorgen. Das sollte sich bewahrheiten, ich gewann locker 6:2, 6:1 und spielte solide für meine Verhältnisse. Ich hatte mich also für das Hauptfeld qualifiziert. Am Montagabend war dann die Auslosung und ich wurde gegen den Österreicher Armin Sandbichler gelost.

Ich kannte ihn flüchtig von anderen Turnieren und wusste nur noch, dass er Linkshänder war. Aber mir wurde von der Turnierleitung ein Tag Pause gegönnt und musste erst am Mittwoch spielen. An meinem freien Tag habe ich nicht viel gemacht außer eine Laufeinheit am Morgen und eine Trainingseinheit am Nachmittag mit Björn Jacob, einem Trainer aus dem Stützpunkt in Hannover, der mich die Woche betreuen sollte.

Am Mittwoch war es immer noch genauso kalt wie die Tage zuvor. Es fühlte sich auf dem Platz so an, als ob die Knie einfrieren würden.

Mein Match fing auch vielversprechend an, ich gewann den ersten Satz 6:2 ohne viel Mühe, doch im zweiten Satz spielte mein Gegner besser und es wurde enger. Doch mit Dauer des Matches traten bei mir Probleme mit meinem rechten Fuß auf. Ich hatte Schmerzen an meinen Zeh und konnte nicht mehr richtig abrollen und abdrücken, bewegte mich somit schlechter. Mein Spiel litt darunter und ich verlor die Sätze zwei und drei mit 6:2 und 6:3. Nach dem Match sind Björn und ich sofort zurück nach Hannover gefahren. Wir waren erst gegen 22 Uhr da und ich hatte einen Arzttermin im Olympiastützpunkt Hannover.

Leider musste ich wegen dieser Verletzung ein Turnier in Bosnien und Herzegowina absagen. Aber ich hoffe, dass es keine allzu schlimme Verletzung ist, denn meiner Meinung nach sind 3 Monate Verletzung pro Jahr schon mehr als genug....

Euer Jaan Brunken

Jaan Brunken, 18, spielt im C-Kader des DTB und ist eines der hoffnungsvollsten Talente im deutschen Tennis. Er kommt aus Verden und gehört derzeit zu den besten 25 Juniorenspielern der Welt. Brunken trainierte zuletzt viel mit dem Profi Nicolas Kiefer und wird seit einigen Monaten auch von dessen Trainer Sascha Nensel betreut. Brunken schaffte bei den Australian Junior Open in diesem Jahr den Einzug in das Achtelfinale.

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