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DTB-Präsident Georg von Waldenfels bleibt weiterhin im Amt © imago

Präsident Georg von Waldenfels geht gestärkt aus dem Machtkampf hervor. Und auch die German Open können 2010 stattfinden.

Rostock - Die Palastrevolution blieb aus, im Gegenteil: Präsident Dr. Georg von Waldenfels und seine Mitstreiter gingen bei der 61. Mitgliederversammlung des Deutschen Tennis Bundes (DTB) in Rostock gestärkt aus dem Machtkampf mit der Opposition um den hessischen Verbandspräsidenten Dirk Hordorff hervor.

"Es geht nicht darum, dass wir hier in Siegerpose stehen", sagte von Waldenfels, "aber ich habe mich über die überwältigende Zustimmung doch sehr gefreut."

Bei der mit Spannung erwarteten Sitzung blieben größere Auseinandersetzungen völlig aus.

Das noch bis 2011 gewählte Präsidium wurde einstimmig entlastet, lediglich bei der Entlastung von von Waldenfels gab es zehn Gegenstimmen des hessischen Verbandes.

17 Landesverbände stützen von Waldenfels

Die weiteren 17 Landesverbände unterstützten den DTB-Chef und sein Präsidium vollständig.

Dazu mögen auch einige positive Nachrichten aus den letzten Tagen und Wochen beigetragen haben.

Erst am Freitag versicherte Turnierdirektor Michael Stich, dass die German Open der Herren 2010 definitiv am Hamburger Rothenbaum stattfinden werden.

Kröker: DTB bis 2010 schuldenfrei

Schatzmeister Ulrich Kröker erklärte, dass der DTB zum 1. Januar 2010 schuldenfrei sei.

Das Rechnungsjahr 2008 wurde noch mit einem Minus von 3,27 Millionen Euro abgeschlossen. Deshalb hat der DTB unter anderem das Bundesleistungszentrum in Hannover sowie die Turnierrechte an den German Open der Frauen in Berlin verkauft.

Bei dem Defizit schlugen allein die Anwaltskosten für den verlorenen ersten Prozess mit der ATP um den Status der German Open in Hamburg mit 1,4 Millionen Euro zu Buche.

Erfolg vor amerikanischem Gericht

Inzwischen konnte von Waldenfels aber auf den Erfolg vor einem anderen amerikanischen Gericht verweisen, wo Ende Oktober die Klage der ATP auf Erstattung von rund 11 Millionen Euro Anwaltskosten abgeschmettert wurde.

"Wenn wir da verloren hätten, wäre es nicht verkraftbar gewesen", sagte von Waldenfels.

Im Vorfeld hatte Hordorff öffentlich harte Kritik an von Waldenfels geübt. "Ich glaube nicht, dass er bis 2011 durchhalten wird", sagte der Coach von Rainer Schüttler Ende Oktober.

Bei einer internen Sitzung des Bundesausschusses hätten laut Hordorff 65 Prozent der Mitgliederversammlung bekundet, kein Vertrauen mehr ins aktuelle Präsidium zu haben.

"Da hat der eine oder andere wohl falsch gezählt", sagte der von Waldenfels, "es ist uns gelungen, Missstimmungen im Gespräch auszuräumen."

Kritik an Hordorff

Der 65-Jährige kritisierte allerdings das Vorgehen von Hordorff unmissverständlich, auch wenn er den Bad Homburger nicht namentlich erwähnte:

"Es gab eine öffentliche Auseinandersetzung, die teilweise unter der Gürtellinie war. Unterschiede sollen ausgesprochen werden, aber das muss intern bleiben", sagte von Waldenfels, "ich biete jedem die Hand zur Zusammenarbeit, aber da muss ein Mindestmaß an Umgang sein."

Hordorff will als Mitglied der "Task Force" Rothenbaum an der Zukunftssicherung des sportlichen Aushängeschildes des Verbandes mitarbeiten, für das der Verband keinerlei finanzielle Unterstützung mehr gewährt.

Nach dem Urteil im Oktober ist Waldenfels allerdings optimistisch, möglicherweise doch noch eine finanzielle Entschädigung für den Verlust des 1000er-Status von der ATP zu erhalten. Eine Urteil im Revisionsprozess wird im ersten Quartal 2010 erwartet.

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