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Michael Stich (l.) gewann 18 ATP-Turniere im Einzel, Henri Leconte neun © getty

Hohe Stardichte in der Provinz des kühlen Nordens. Michael Stich, ein französischer Tennisheld und der Bruder eines Weltklassehandballers vom THW Kiel spielen für einen Dorfverein.

München - "Spitzentennis op'n Dörp", so wirbt der schleswig-holsteinische Tennisverein TC Logopak Hartenholm für die Punktspiele seiner Mannschaften.

Und tatsächlich bekommen die mittlerweile rund 800 Zuschauer bei einem Heimspiel hochkarätigen Tennissport zu sehen.

Keine Geringeren als der Wimbledon-Sieger von 1992, Michael Stich, der ehemalige französische Weltklassespieler Henri Leconte und Luka Karabatic, der Bruder des Weltklassehandballers Nikola Karabatic, greifen für den Verein aus der Nähe von Bad Segeberg zum Schläger.

Matchwinner Stich

Beim ersten Punktspiel gegen Bremerhaven avancierte Michael Stich sogar zum Matchwinner. Im Doppel holte er den entscheidenden Punkt zum 5:4-Erfolg.

Der gebürtige Elmshorner gehört mittlerweile zum Inventar des Vereins und identifiziert sich mit diesem.

"Trotz seines vollen Terminkalenders ist Michael mit in der Türkei beim Trainingslager gewesen", so Vereinssprecher Dietmar Broecker.

Stich überzeugt Leconte

Zusammen mit Henri Leconte soll Stich auch im letzten Punktspiel der laufenden Saison für den Klub aus der 1700 Einwohner zählenden Gemeinde gegen den Klub an der Alster aus der 1,5-Millionen-Metropole Hamburg antreten.

Der Franzose ließ sich von Stich während gemeinsamer Showkämpfe vom Konzept der Hartenholmer überzeugen.

Dieses bindet die Spitzenspieler des Nordens in ein langfristiges Konzept ein, dessen Etat pro Saison etwa 150.000 Euro beträgt.

Neben den ehemaligen Weltklassespielern sind Tobias Kamke und Julian Reister dabei, immerhin die Nummern 184 und 362 der Weltrangliste. Das Ziel ist die Tennis-Bundesliga.

Fragezeichen hinter Karabatic

Ob auch der Bruder von Handballstar Nikola Karabatic in diesem Konzept eine Rolle spielt und für Hartenholm noch mal aufschlägt, ist derzeit unklar.

Das sportliche Multitalent hat vom Filzball etwas Abstand genommen und wandelt auf den Spuren seines Bruders.

Beim französischen Handball-Zweitligisten Montpellier HB steht der 20-Jährige derzeit unter Vertrag. Von dort wechselte übrigens Lukas Bruder Nikola Karabatic zum THW Kiel.

Benjamin Bauer

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