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Michael Berrers höchste Weltranglistenposition war die Nr.51 © getty

Im Rummel um die Olympia-Nominierung meldet sich Michael Berrer zu Wort. In einem offenen Brief kritisiert er die ITF.

Peking - Der deutsche Tennisprofi Michael Berrer hat ungewöhnlich scharf den Präsidenten des Tennisweltverbandes (ITF) Francesco Ricci Bitti angegriffen.

In einem offenen Brief warf der Stuttgarter dem italienischen Spitzenfunktionär wörtlich vor, "keinerlei Respekt vor den Spielern zu zeigen".

Als Mitglied des Spielerrates der Profiorganisation ATP will Berrer sogar dafür eintreten, dass in Zukunft keine Weltranglisten-Punkte mehr bei Olympischen Spielen vergeben werden.

Damit würde eine der wesentlichen Vereinbarungen der letzten Jahre zwischen ATP und ITF aufgekündigt. Weltranglisten-Punkte für Olympiaturniere gab es erstmals 2004 in Athen.

"Es ist eines der Hauptprinzipien der ATP, sich für die Interessen der Spieler einzusetzen", schreibt Berrer, "ich bin überzeugt davon, dass die ITF die Prinzipien des Fairplay und des Wettbewerbs auf eine unangebrachte Weise verletzt hat."

Vorwürfe an Schüttler

Der Stuttgarter reagierte mit dem Brief äußerst heftig auf die Stellungnahme der ITF nach der Nominierungsentscheidung zu Gunsten von Rainer Schüttler durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS am vergangenen Montag.

Die ITF hatte unter anderem Schüttler Unsportlichkeit vorgeworfen, weil er mit seiner Klage seinen Olympiastart zu Lasten seiner Landsleute Denis Gremelmayr und Michael Berrer durchsetzen wolle.

Außerdem wurden dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der Schüttler nominiert hatte, in der offiziellen Stellungnahme "Verständnislücken" unterstellt. Der DOSB verstehe nicht, "wie Profitennis funktioniert".

"Ihre Stellungnahme ging viel zu weit", erklärte Berrer, "sie war ärgerlich, unfair und geschmacklos und voller falscher Fakten.

Vor Berrer hatte bereits DOSB-Präsident Thomas Bach ungewöhnlich deutlich Kritik an der Stellungnahme der ITF geübt.

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