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Kurz darauf in Miami der nächste Coup: Petkovic dringt ins Halbfinale vor und besiegt dabei Caroline Wozniacki - der erste deutsche Sieg über eine Nummer eins seit Steffi Grafs Zeiten
Andrea Petkovic gewann im Juli 2009 in Bad Gastein ihr erstes WTA-Turnier © Getty Images

Nach dem Triumph gegen Wozniacki wirft die Darmstädterin in Miami in einer dramatischen Partie auch Jelena Jankovic raus.

Miami/München - Irgendwann, wenn die Laufbahn zu Ende geht, dann schauen Sportler zurück auf die entscheidenden Stationen der Karriere.

Miami 2011 scheint für Andrea Petkovic so ein Meilenstein zu werden.

Ihr "Petko-Dance" nach dem 2:6, 6:2, 6:4-Viertelfinalsieg gegen Jelena Jankovic fiel deshalb vielleicht auch wieder ein bisschen euphorischer aus als zuletzt. Weniger Ritual, mehr pure Freude (DATENCENTER: Ergebnisse der Damen aus Miami).

Drei Premieren

Zum ersten Mal in ihrer Karriere hat die 23-Jährige in einem Turnier zwei Top-Ten-Spielerinnen in Folge geschlagen.

Sie untermauerte den Triumph vom Montag gegen die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki aus Dänemark, sie zog erstmals in das Halbfinale eines sogenannten Premier-Turniers ein, der höchsten Kategorie unter den Grand Slams.

Und zum ersten Mal steht sie am Montag unter den Top 20 der Weltrangliste.

"Plötzlich klick gemacht"

"Ich habe immer an mich geglaubt, ich habe immer geglaubt, dass ich Top-Spielerinnen schlagen kann, es war nur eine Frage der Zeit", sagte die Darmstädterin nach dem Erfolg gegen die Weltranglisten-Siebte aus Belgrad.

"Jetzt hat es plötzlich klick gemacht, und viele Dinge passen zusammen", erklärte Petkovic, "aber ich bin immer noch am Anfang, ich habe noch immer viel zu lernen."

Das Bedrohliche für die Konkurrenz ist, dass Petkovic in der Lage ist, ihre Erfahrungen zu verarbeiten und tatsächlich daraus zu lernen.

Eine Verletzung, die viel brachte

"Ich mache selten den gleichen Fehler zweimal", sagte die Einser-Abiturientin einmal.

Auch deshalb scheint der Weg an die Spitze fast unaufhaltsam. Seit dem Comeback vor anderthalb Jahren nach dem Kreuzbandriss bei den Australian Open 2009 geht es unaufhörlich bergauf.

"Während der über halbjährigen Zwangspause habe ich Zeit gehabt darüber nachzudenken, was ich will, studieren oder es ernsthaft als Tennisprofi versuchen", erzählte die gebürtige Serbin:

"Ich habe mich dann hundertprozentig für Tennis entschieden. So gesehen, war die Verletzung das Beste, was mir passiert ist."

Rittner: "Es ist so cool"

Während des Thrillers gegen Jankovic fieberte in der Heimat auch Barbara Rittner am Fernsehgerät mit. Die Fed-Cup-Chefin hatte die talentierte Petkovic schon mit 15 Jahren erstmals in ihren Kader geholt.

"Danach habe ich immer wieder gehört: Was willst du denn mit der, die sieht gut aus und ist außerdem zu sehr mit ihrer Intelligenz beschäftigt, aus der wird nichts", erinnert sich die 37-Jährige.

Nun kann sie sich bestätigt fühlen in ihrer Einschätzung: "Es ist so cool, was Petko da auf dem Platz macht, ich bin so stolz auf sie."

"Danke ihr Ollen"

In gut zwei Wochen tritt das deutsche Fed-Cup-Team in Stuttgart gegen die USA an. Dabei geht es um den Aufstieg in die Weltgruppe.

Petkovics Selbstvertrauen aus den Erfolgen in Miami kann der deutschen Mannschaft dabei nur helfen.

"Danke ihr Ollen, ich freu mich schon so auf den Fed-Cup", twitterte Petkovic an ihre Mitspielerinnen Julia Görges, Tatjana Malek und Sabine Lisicki, "das Ding holen wir uns."

Wieder gegen Scharapowa

Am Donnerstag aber steht im fernen Florida für Petkovic erst einmal das nächste große Spiel an: Halbfinale gegen Maria Scharapowa.

Dass sie die ehemalige Weltranglisten-Erste aus Russland bezwingen kann, hat sie schon im Achtelfinale der Australian Open im Januar bewiesen.

"Ich hatte da eine Taktik, und die ist aufgegangen", erinnert sich Petkovic an ihren ersten Aufsehen erregenden Erfolg in diesem Jahr: "Maria ist eine Spielerin, die selbst versucht, das Spiel mit ihren Schlägen zu diktieren."

Petkovic will "alles tun", dass es nicht klappt.

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