vergrößernverkleinern
Andrea Petkovic gewann 2009 in Bad Gastein ihr bisher einziges WTA-Turnier © getty

Trotz der Halbfinal-Schlappe gewinnt Andrea Petkovic viele Fans - auch Sparringspartnerin Graf. Ihr Markenzeichen hat ausgedient.

Miami - Nach den Tränen über die verpasste Finalteilnahme ging für Andrea Petkovic im "Sunshinestate" Florida die Sonne ganz schnell wieder auf.

"In dieser Woche habe ich angefangen, so richtig an meine Fähigkeiten als Topspielerin zu glauben. Das war die Bestätigung für mich, die mir sehr viel Selbstvertrauen gibt", sagte Petkovic.

Daran änderte auch die 6:3, 0:6, 2:6-Niederlage im Halbfinale von Miami gegen die Russin Maria Scharapowa nichts (DATENCENTER: Ergebnisse der Damen aus Miami).

Sogar Steffi Graf ist inzwischen schon ein "Petko"-Fan.

"Andrea geht ihren Weg"

Die einst beste Tennisspielerin der Welt war begeistert von den Auftritten der Darmstädterin - und rief kurzerhand Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner an.

"Steffi sagte mir, Andrea werde ihren Weg gehen. Denn sie sei eine, die extrem hart an sich arbeite", sagte Rittner.

Steffi Graf muss es wissen. Jüngst hatte sie in Las Vegas 45 Minuten mit der deutschen Nummer eins trainiert.

Nächstes steht schon fest

Für Petkovic selbst, die am Montag erstmals in den Top 20 der Weltrangliste auftaucht, scheint es auf dem Weg Richtung Spitze keine Limits zu geben.

"Das Gute ist, dass ich selbst bei den Siegen gegen wirklich gute Spielerinnen gedacht habe: 'Mensch, in meinem Spiel gibt es noch 105 Dinge, die ich verbessern kann. Und das ist doch ein gutes Zeichen", sagte die 23-Jährige und strahlte.

Nächstes Ziel ist der Angriff auf die Top 16.

Viele Fans dazu gewonnen

Nach traumhaften Tagen mit Siegen über die dänische Weltranglistenerste Caroline Wozniacki und die Weltranglistensiebte Jelena Jankovic (Serbien) hat die flippige Einser-Abiturientin Petkovic besonders in der Heimat einen kleinen Hype ausgelöst.

Ein Radiosender spielt mittlerweile ihren vor Jahren selbst eingesungenen Song "Ich will ne Band sein".

Signierte Fotos der Hessin haben binnen der letzten Tage zum Teil um 100 Prozent an Wert gewonnen. Auf ihrer Facebook-Seite spendeten in den Stunden nach dem Ausscheiden rund 200 Fans Trost.

"1000 neue Fans an einem Abend", schrieb ein Fan, während andere schon dem "Petko Dance" nachtrauerten.

"Daran muss er noch arbeiten"

Andrea Petkovic hat ihr Markenzeichen nach dem K.o. endgültig "in Rente" geschickt. Allerdings kündigte Australian-Open-Sieger Novak Djokovic (Serbien) an, den "Petko Dance" zu übernehmen.

"Er hat schon ein paar Versuche gemacht, aber das war nicht wirklich mein Tanz. Da muss er noch ein wenig daran arbeiten", sagte Petkovic, die sich nach ihrer Rückkehr auf die kommenden beiden Höhepunkte vorbereitet.

Rittner will Petko schützen

Am 16./17. April steht das Playoff-Spiel um den Aufstieg in die Weltgruppe gegen die USA in Stuttgart an. In der Woche darauf an gleicher Stelle das WTA-Turnier. Und die Vorfreude ist groß.

Petkovic: "Es ist immer etwas besonderes für mich, in der Heimat zu spielen."

Dass auch das Interesse der Medien an der eloquenten Politik-Studentin mit dem Starpotenzial sprunghaft gestiegen ist, weiß nicht zuletzt Barbara Rittner: "Ich werde versuchen, sie da etwas zu schützen und ihr zu helfen", meinte die Fed-Cup-Teamchefin, die auf ihr Zugpferd setzt: "Von Andreas Erfolgen können alle im Team profitieren."

Nicht glattgebügelt

Und auch für die Werbung dürfte Petkovic interessant werden.

"Sie bringt alles mit, um sich gut zu vermarkten. Sie sieht gut aus, ist intelligent wie sprachgewandt und wirkt dabei nicht glattgebügelt. Petkovic hat keine Scheu, wenn sie mit der Presse spricht, das hilft für die Vermarktung enorm", sagte Marcel Cordes, Vorstand der Sponsoring-Beratungsagentur Sport+Markt.

Für die nächsten Tage riet Rittner ihrer Topspielerin Petkovic zu Erholung pur. "Sie soll das gute Essen der Mama genießen und sich über die Sprüche vom Papa freuen", sagte die 37-Jährige. Das Fed-Cup-Team trifft sich am 10. April in Stuttgart.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel