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Nicolas Kiefer gewann 2004 in Athen mit Rainer Schüttler Silber im Doppel © getty

Zum Auftakt der Einzelkonkurrenz hat der Deutsche nur mit den äußeren Gegebenheiten Probleme. Rainer Schüttler folgt ihm in Runde zwei.

Peking - Bei drückender Schwüle haben Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler beim olympischen Tennisturnier in Peking die zweite Runde erreicht.

Kiefer besiegte den Weißrussen Max Mirnji mit 6:3, 6:1 und trifft nun auf den Südafrikaner Kevin Anderson.

Schüttler brauchte 2:47 Stunden und sechs Matchbälle, bis sein 6:4, 6:7 (5:7), 6:3-Erfolg gegen das japanische Talent Kei Nishikori feststand.

Schüttler spielt am Dienstag gegen den Weltranglistendritten Novak Djokovic (Serbien) - eine denkbar schwere Aufgabe.

"Er spielt unmenschlich"

"Er spielt unmenschlich, ich muss besser aufschlagen und meine Chancen nutzen", sagte Schüttler.

"Aber ich habe nichts zu verlieren und freue mich darauf."

Die beste Nachricht am Montag erreichte Kiefer und Schüttler beim Blick auf die Wettervorhersage. Für Dienstag war "nur" eine Luftfeuchtigkeit von 74 Prozent angesagt. Am Abend folgt dann noch ihr Doppel gegen die Österreicher Jürgen Melzer/Julian Knowle.

95 Prozent Luftfeuchtigkeit

Am Montag waren die klimatischen Bedingungen in Peking brutal.

Als Kiefer sein Auftaktspiel gegen Mirnji beendet hatte, herrschte eine Luftfeuchtigkeit von 95 Prozent in der Olympiastadt. "Das sind hier mit Abstand die schlimmsten Bedingungen, unter denen ich jemals gespielt habe", sagte der Niedersachse.

Sonntag musste sein Match nach dem ersten Satz wegen strömenden Regens abgebrochen werden.

Schüttler steht sich selbst im Weg

Am Nachmittag machte sich Schüttler gegen Nishikori das Leben wieder einmal selbst schwer. Im zweiten Satz vergab er eine 5:0-Führung, nutzte bei 5:2 zwei Matchbälle nicht und vergab bei 6:5 drei weitere.

Nach 2:47 Stunden schließlich schlug der Japaner den sechsten Matchball ins Netz, richtig freuen aber konnte sich Schüttler nicht mehr.

Klitschnasser Schüttler

"Das war kurios und ungewöhnlich, eine 5:0-Führung nicht zu nutzen, ist mir noch nie passiert", sagte der Wimbledon-Halbfinalist auch mit Blick auf seine Matches in London. "Es ist wohl das Jahr der komischen Ergebnisse", sagte er weiter.

Auch Schüttler litt unter dem Klima: "Nach dem zweiten Satz musste ich die Schuhe und alle Klamotten wechseln, alles war völlig nass."

Hitze kein Problem

Kiefer war erleichtert, dass er am Montag nicht noch ein zweites Match unter Extrem-Bedingungen bestreiten musste:

"Die sind sicherlich der Gesundheit nicht förderlich." Der topgesetzte Roger Federer schlug nach seinem 6:4, 6:2 gegen den Russen Dimitri Tursunow in die gleiche Kerbe.

"Die Hitze ist nicht das Problem, das haben wir auch in Amerika oder Australien", sagte der Schweizer, "aber ich kenne keinen anderen Platz, wo es so schwül ist."

Federer und Nadal weiter

Federer folgte seinem großen Rivalen Rafael Nadal in die zweite Runde, der sich beim 6:2, 3:6, 6:2 über Potito Starace (Italien) schwer tat.

"Ich musste alle zehn Minuten mein Hemd wechseln und mir ein Mittel in die Hand schmieren, damit ich nicht den Schläger verliere", sagte der neue Weltranglisten-Erste, "die Schwüle ist wirklich ein Problem."

"Gewinnen kann jeder"

Sportlich hatte Kiefer mit dem Doppelspezialisten aus Weißrussland an beiden Tagen keine Schwierigkeiten.

Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen lobte: "Er hat sehr überzeugend gespielt."

Der 31-Jährige selbst war allerdings weniger zufrieden: "Man muss sich nach und nach durch die ersten Tage durchlügen. Gut spielen und gewinnen kann jeder."

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