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1988 und 1989 gewannen Carl-Uwe Steeb (l.) und Patrik Kühnen gemeinsam den Davis Cup © imago

Karl-Georg Altenburg beerbt wohl Georg von Waldenfels als DTB-Präsident. Der Neue soll den Verband umkrempeln.

Von Andreas Kloo

München/Halle - Der Deutsche Tennis Bund steht offenbar vor einem Umsturz.

Im Kampf um die Nachfolge von Präsident Georg von Waldenfels will eine radikale Gruppe gar die bisherigen Strukturen des Verbandes von Grund auf reformieren.

In einem anonymen Schreiben an den Sportinformationsdienst (sid) wurde bereits der eigene Kandidat präsentiert: Finanzmanager Dr. Karl Georg Altenburg.

Altenburg bestätigte seine Kandidatur: "Es gibt ein Team, das sich der Vision verschrieben hat, Tennis wieder zum Volkssport zu machen." Er selbst wolle und müsse dabei "gar nicht so sehr im Vordergrund stehen".

Schmidbauer als Gegenkandidat

Der 49-Jährige muss sich allerdings erst gegen den offiziellen Nachfolgekandidaten, den bayerischen Verbandspräsidenten Helmut Schmidbauer, durchsetzen.

Hinter Altenburg stehen aber immerhin die mächtigen Präsiedenten der Landesverbände Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Niederrhein: Ulrich Lange, Dirk Hordorff, Gottfried Schumann und Ulrich Bunkowitz.

Strukturreform gefordert

Neben ihrem eigenen Kandidaten fordern zumindest Teile der Altenburg-Fraktion außerdem eine "entwickelte Strukturanpassung", wie es in dem anonymen Schreiben heißt.

Diese beinhalte unter anderem, dass der Bundesausschuss (der Zusammenschluss der 18 Landesverbands-Präsidenten, Anm. d. Red.) weg müsse.

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Altenburg steht allerdings nicht hinter dieser Radikalreform: "Das ist völliger Quatsch", sagt Altenburg: "Der Bundesausschuss ist ein bewährtes Gremium, das natürlich bestehen bleibt und mit dem wir vertrauensvoll zusammenarbeiten."

Steeb steht nicht zur Verfüfung

Zudem plant die radikale Gruppe auch die Installierung eines "Generalsekretärs", der sich hauptamtlich um das Tagesgeschäft kümmern soll. Als Kandidat für diesen Posten wird der ehemalige Davis-Cup-Sieger Carl-Uwe Steeb genannt.

Der erteilte bei SPORT1 allerdings sogleich eine Absage: "Ich unterstütze gerne ein neues Team beim DTB - allerdings nicht in hauptamtlicher Funktion.

Massive Kritik an Waldenfels

Hordorff machte bei SPORT1 sogleich Werbung für den eigenen Kandiaten: "Dr. Altenburg ist ein hervorragender Kandidat, der notwendige Leidenschaft für den Tennissport und die Fachkompetenz mitbringt. Er bietet dem deutschen Tennis die Chance, es in Deutschland wieder nach vorne zu bringen."

Dem noch amtierenden Präsidenten Waldenfels warf er eine gescheiterte Politik vor.

Kohlschreiber: "Richtiger Schritt"

Dietloff von Arnim, Turnierdirektor der Mannschafts-WM in Düsseldorf, schloss sich der Generalkritik an: "Der DTB müsste so viele Dinge tun. Aber es passiert einfach nichts."

Für deutsche Spitzenspieler gebe es nur unzureichende Möglichkeiten, sich vor heimischem Publikum zu präsentieren: "Wir müssen aufpassen, dass wir bald überhaupt noch eine Plattform für Tennis haben. Vielleicht müsste es an der Spitze des DTB mal eine Veränderung geben."

Auch der Weltranglisten-49. Philipp Kohlschreiber zeigt sich bei SPORT 1 offen für Reformen: "Es ist schade für die, die gehen sollen, weil sie ihr Bestes gegeben haben. Ich denke aber, dass es der richtige Schritt ist, damit es mit dem deutschen Tennis weiter nach vorne geht."

Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen wollte die Personalrochade gegenüber SPORT1 nicht kommentieren.

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