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Jo-Wilfried Tsonga belegt in der Weltrangliste derzeit Rang 15 © getty

Federers Wimbledon-Bezwinger Jo-Wilfried Tsonga spricht im Interview über seinen Davis-Cup-Auftritt und die neue Nummer eins.

Aus Stuttgart berichtet Martin Hoffmann

Stuttgart ? Beim größten Turnier des Jahres hat er Roger Federer aus der Konkurrenz geworfen.

Im Davis Cup verhalf er seinem Heimatland Frankreich im Doppel gegen Christopher Kas und Philipp Petzschner zum entscheidenden Punkt (Bericht: Keine Chance gegen Frankreich).

Auch wenn Tsonga ein schwieriges Jahr 2010 ohne Finalteilnahmen hinter sich hat:

Der Triumph über Federer war ein Signal, dass er wieder dabei ist, an seine besten Zeiten, in denen er nahe an den Top Fünf der Welt war, anzuknüpfen. (Der Mercedes Cup 2011 in Stuttgart: Dienstag 17 UhrLIVE im TV auf SPORT1 )

SPORT1 sprach nach Frankreichs Viertelfinal-Erfolg gegen das deutsche Team mit Tsonga über den Coup in Wimbledon, die Krise von "King Roger" und den neuen Tennis-Herrscher Novak Djokovic.

SPORT1: Herr Tsonga, es war ein eher seltener Anblick, Sie im Doppel zu erleben. Haben Sie daran den gleichen Spaß wie am Einzel?

Jo-Wilfried Tsonga: Ich habe immer Spaß, wenn ich auf dem Feld stehe. Ich habe schwere Zeiten hinter mir wegen der vielen Verletzungen in meiner Karriere. Jetzt, wo ich sie überstanden habe, genieße ich wirklich jede Minute auf dem Platz.

SPORT1: Den Sieg über Roger Federer in Wimbledon dürften Sie noch etwas mehr genossen haben.

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Tsonga: Klar, so ein Sieg gibt Selbstvertrauen. Und ich werde versuchen, dieses Selbstvertrauen auch auf dem Platz zu zeigen. Federer oder die anderen ganz Großen zu schlagen: Das will ich natürlich wieder tun (423318DIASHOW: Die Bilder der zweiten Wimbledon-Woche).

SPORT1: Ihr Sieg über Federer wurde gemeinhin weniger als Zeichen Ihrer Stärke gesehen denn als Zeichen von Federers Schwäche. Seit den Australian Open 2010 hat er kein Grand-Slam-Turnier mehr gewonnen. Ist er aus Ihrer Sicht im Niedergang?

Tsonga: Es ist schwer, so etwas zu sagen. Eines aber steht fest: Roger ist ein Champion, der vielleicht größte Spieler, den wir je hatten. Er wird es daher vielleicht auch wieder schaffen, das Tennis zu spielen, das ihn so groß gemacht hat.

SPORT1: Das Maß der Dinge ist nun spätestens nach Wimbledon Novak Djokovic. Was hat die neue Nummer eins in diesem Jahr, was sie vorher nicht hatte?

Tsonga: Wenn ich das nur wüsste. Man muss ihn schon selbst fragen ? vielleicht verrät er dann ja sein Geheimnis.

SPORT1: Ist es vielleicht einfach so, dass sein Geheimnis ist, dass es kein Geheimnis gibt? Dass er einfach gerade alles richtig macht?

Tsonga: Nein, auch Djokovic macht nicht alles richtig. Aber: Er macht all das richtig, was für sein Spiel nötig ist. Dahinter steckt viel harte Arbeit, die er geleistet hat. Deswegen ist er derzeit besser als alle anderen - und die Nummer eins (Djokovics Wandel: Vom Clown zum "König").

SPORT1: Auf den Davis Cup folgt in Stuttgart noch der Mercedes Cup. Die Organisatoren hätten Sie auch hier gerne dabei gehabt. Warum hat es nicht geklappt?

Tsonga: Ich werde nicht spielen, weil ich jetzt etwas Urlaub brauche. Ich habe viele lange Wochen hinter mir und benötige jetzt etwas Erholung.

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