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Novak Djokovic gewann in Montreals das fünfte von neun Masters-Turnieren 2011 © getty

Rekordprofi Novak Djokovic und die lange verletzte Serena Williams dominieren im Tennis und sind die Favoriten für die US-Open.

Montreal - Einst galt er als ewig wehleidiger Hypochonder, mittlerweile ist die Konkurrenz sicher, dass sie es mit einem Außerirdischen zu tun hat.

"Nein, nein, ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut", sagte ein gut gelaunter Novak Djokovic nach dem 6:2, 3:6, 6:4 gegen Mardy Fish im Finale von Montreal.

Es war sein neunter Turniersieg 2011, als erster Spieler überhaupt hat der Serbe damit mindestens fünf der insgesamt neun Masters-Turniere eines Jahres gewonnen, seine Bilanz steht bei 53:1. Verloren hat "Nole" seit Januar nur ein einziges Match: Das Halbfinale der French Open gegen Roger Federer.

Makellose Bilanz

Auch die Bilanz von Serena Williams ist nahezu makellos.

Sie hatte verletzungsbedingt fast ein ganzes Jahr lang pausiert, als sie im Juni in Eastbourne auf die Tour zurückkehrte. Der Start war holprig, mittlerweile läuft wieder alles wie immer: Vier Turniere, 17 Matches, 15 Siege, zwei Titel.

Mit dem 6:4, 6:2 gegen Samantha Stosur im Finale von Toronto feierte die 29-Jährige den insgesamt 39. Turniersieg ihrer Karriere und verbesserte sich in der Weltrangliste vom 80. auf den 31. Platz - Tendenz steigend.

[kaltura id="0_g7avv2za" class="full_size" title="Nr 53 Djokovic siegt in Montreal"]

Auf Hartplätzen noch unbesiegt

Novak Djokovic und Serena Williams sind die Namen, die es zu schlagen gilt, wenn am kommenden Montag in New York das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres beginnt. Beide sind in diesem Jahr auf Hartplätzen noch unbesiegt, 29:0 lautet die Bilanz von Djokovic, 11:0 die von Serena Williams.

Dennoch bleibt vor allem Williams sehr defensiv, wenn es um die US Open geht: "Ich bin vielleicht ein aussichtsreicher Underdog, aber ich bin keine Favoritin." Zu viel sei noch zu verbessern an ihrem Spiel, das der Konkurrenz aber längst wieder so unwiderstehlich wie eh und je vorkommt. "Wer in New York gewinnen will, muss Serena schlagen", sagte Stosur in Toronto.

Halbherziger Djokovic

Djokovic versucht derweil eher halbherzig, die Favoritenrolle loszuwerden. Er weiß um die Stärke seines Spiels, das zwar nicht in allen Bereichen überragend, in der Gesamtheit aber enorm schwer zu durchbrechen ist.

Immerhin wollen die Rivalen des Center Courts Schwächen des Weltranglisten-Ersten ausgemacht haben, ohne diese aber zuletzt effektiv nutzen zu können. "Er hat zum Beispiel nicht den allerbesten Return, ein guter Aufschläger kann ihn sicher knacken", sagt der Franzose Jo-Wilfried Tsonga, den im Montreal-Halbfinale gegen Djokovic eine Armverletzung stoppte: "Er spielt auch nicht extrem schnell oder extrem hart, das Problem ist vielmehr, dass er immer richtig steht."

Kein Ende des Höhenflugs

Ein Ende des Höhenflugs ist noch lange nicht in Sicht, und die Ziele von Novak Djokovic sind trotz der öffentlich zur Schau gestellten Zurückhaltung auch nicht wirklich bescheiden. Schließlich habe er erst drei Grand-Slam-Turniere gewonnen, sagte er nach seinem Wimbledonsieg im Juli, und ein paar mehr sollen es dann doch noch werden.

In der "ewigen" Rangliste der Grand-Slam-Sieger, die Roger Federer mit 16 Titeln anführt, ist Djokovic mit seine drei Titeln gerade mal die Nummer 41. Kein Vergleich zu Serena Williams, die hat immerhin schon 13 Majors gewonnen und ist damit die Nummer sechs in dem von Steffi Graf (22 Grand-Slam-Titel) angeführten Ranking.

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