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Andrea Petkovic schaffte 2011 erstmals den Sprung unter die Top Ten der Weltrangliste © dpa Picture Alliance

Vor dem Halbfinale in Cincinnati befürchtet "Petko" einen "Weltzusammenbruch" - doch die 23-Jährige hat Glück im Unglück.

Cincinnati - Es ist wahrscheinlich etwas zu forsch zu behaupten, Andrea Petkovic sei nah am Wasser gebaut.

Eine starke Emotionalität ist Deutschlands bester Tennisspielerin jedoch kaum abzusprechen. (DATENCENTER: Die Ergebnisse aus Cincinnati)

"Ich habe drei oder vier Stunden geweint, weil ich mir absolut sicher war, mein Kreuzband sei gerissen", sagte Petkovic nach ihrem Halbfinal-Aus beim WTA-Turnier in Cincinnati (Herren-Finale ab 18.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+, Damen-Finale ab 22 Uhr im LIVE-TICKER) .

Die Entwarnung war zwar noch vor dem Spiel gekommen, doch Petkovic unterlag der Serbin Jelena Jankovic sichtlich gehandicapt 6:7 (4:7), 1:6.

Glück im Unglück

Panik hatte Petkovic gepackt, als die Schmerzen im rechten Knie größer wurden.

Alle Tests deuteten auf einen Kreuzbandriss hin - diese schwere Verletzung, die sie vor drei Jahren aus der Bahn geworfen hatte. Bei den Australian Open 2008 passierte ihr ganz persönlicher "Weltzusammenbruch", wie sie das Knacken im Knie später bezeichnete.

So erklärt sich nun auch "Petkos" Erleichterung nach der Entwarnung: "Ich habe mich wie neugeboren gefühlt."

"Nur" einen Riss des Innenmeniskus diagnostizierten die Ärzte in Cincinnati. "Das könnte möglicherweise eine alte Verletzung sein", sagte Petkovic. Schmerzhaft, klar. Aber kein Vergleich zum Kreuzbandriss, der sie acht Monate der jungen Karriere gekostet hatte.

Mit Tape und Schmerztabletten

Für die 23-Jährige war die Verletzung zumindest kein Grund, auf die Begegnung mit der ehemaligen Weltranglistenersten Jelena Jankovic zu verzichten.

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Ihren dick getapten und mit Schmerztabletten gedämpften Auftritt erklärte Petkovic mit einem Beispiel aus ihrer geliebten Musik: "Wenn ich zu Konzerten gehe, und die Band kommt zwei Stunden zu spät und spielt nur 40 Minuten, bin ich stinksauer."

Die Leute würden so viel Geld zahlen, sagte die Darmstädterin, "und ich hoffe, sie haben sich ein wenigstens bisschen unterhalten gefühlt".

"Völlig ausgeflippt"

Die Niederlage gegen Jankovic führte Petkovic jedenfalls nicht auf ihre Knieverletzung zurück: "Wenn ich mich bewege und die Muskeln warm sind, geht es sowieso besser. Es war eher eine mentale Sache. Ich war einfach den ganzen Tag völlig ausgeflippt."

Normalerweise würde sie nur einmal in 20 Jahren weinen, aber "heute habe ich alle Tränen für die nächsten 20 Jahre vergossen".

US Open nicht in Gefahr

Spätestens bei den US Open soll auch der Frust über das verpasste Finale in Cincinnati vergessen sein.

Ihre Teilnahme am letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres in New York sieht Petkovic nicht gefährdet.

"Ich habe es mit den Ärzten abgesichert, dass es nicht schlimmer werden kann", sagte sie und fügte erklärend hinzu: "Das Problem ist die Schwellung - die muss so schnell wie möglich raus."

"Petko" ist gut drauf

Ein Ausfall vor dem größten Hartplatzturnier des Jahres wäre für Petkovic besonders bitter, da sich die Weltranglistenelfte derzeit in blendender Verfassung befindet.

In Cincinnati erreichte sie das zweite große Halbfinale ihrer Laufbahn, nachdem sie zu Beginn des Jahres in Miami in der Vorschlussrunde an Maria Scharapowa gescheitert war.

Zuletzt unterlag sie im Halbfinale von San Diego und im Viertelfinale von Toronto jeweils der Polin Agnieszka Radwanska.

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