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Carl-Uwe Steeb belegte im Januar 1990 Platz 14 der Weltrangliste © imago

Charly Steeb spielt im neuen DTB-Präsidium eine wichtige Rolle. Er will die Voraussetzungen für sportlichen Erfolg schaffen.

Berlin - Kaum war Carl-Uwe Steeb ins Amt gewählt, da fiel er seinem neuen Chef auch schon ins Wort.

"Da antworte ich lieber", sagte der neue Vizepräsident Sport im Deutschen Tennis Bund (DTB) auf die Frage, wie es um die Tenniskünste seines Präsidenten Karl Georg Altenburg bestellt sei.

"Er hat einen guten Aufschlag, spielt offensiv. Aber er könnte sich mehr bewegen", analysierte Steeb augenzwinkernd.

Überzeugender hätte es der dreimalige Davis-Cup-Sieger nicht verdeutlichen können, dass er im DTB künftig für die sportliche Einschätzung zuständig ist.

Sportlich abgestiegen

Sein Präsident nahm das Urteil des Experten wohlwollend zur Kenntnis. "Es ist für mich eine Ehre, wenn Charly etwas über mein Tennisspiel sagt", meinte der Top-Banker und verriet nach kurzer Pause: "Ich bin Reservist der Herren 40 des TC Oberursel. Wir sind gerade abgestiegen."

Weitere Abstiege will sich der Präsident im neuen Amt nicht leisten.

Im Gegenteil. "Wir haben einen hohen Anspruch", sagte der Deutschland-Chef der US-Investmentbank JP Morgan. Der 15. Präsident in der DTB-Geschichte will zunächst eine Bestandsaufnahme machen.

Keine Wunderdinge

Der 48-Jährige ist vom Spitzen- und Breitensport gleichermaßen fasziniert. Wichtig sei vor allem die Frage, wie man die Jugend wieder für Tennis begeistern kann. (SERVICE: Die ATP-Weltrangliste)

"Der Sport hat eine enorme Hebelwirkung im Kampf gegen die Facebooks dieser Welt", sagte Altenburg, Vater von fünf Kindern.

Auch Steeb sprach von neuen Zielen, Wunderdinge könne man aber nicht erwarten: "Es kann niemand meinen, dass wir im Davis Cup plötzlich besser spielen, nur weil ich da bin."

Aufstieg Nadals miterlebt

Der Schwabe war in seiner aktiven Zeit bis 1996 an allen drei deutschen Davis-Cup-Siegen (1988, 1989 und 1993) beteiligt.

Bis Januar 2011 lebte der 44-jährige Vater von Luke (15) und Jeremy (12) elf Jahre in Spanien.

Dort bekam er mit, unter welchen Bedingungen Carlos Moya und Rafael Nadal in die Weltspitze aufstiegen: "Meine Aufgabe ist es, auch im Ausland zu erkennen, wie Leistungssport und Qualität entstehen."

Kein Geld für Steeb

Obwohl Altenburg auf Hauptamtlichkeit setzt und in Stephan Brune einen neuen Hauptgeschäftsführer bezahlt, arbeitet Steeb ehrenamtlich.

"Die Aufgabe im DTB hat einen großen Reiz für mich, aber mein Geld verdiene ich mit meiner Agentur", sagte Steeb und ergänzte: "Zum Glück habe ich in Sportdirektor Klaus Eberhard und den Teamchefs Barbara Rittner und Patrik Kühnen gute hauptamtliche Kräfte an meiner Seite."

Steebs Vermarktungsagentur in Stuttgart beschäftigt drei Mitarbeiter und betreut unter anderem den früheren Tour-Sieger Jan Ullrich.

Zehn Cent mehr

Dass der DTB finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, machte der neue Schatzmeister Ralf Boecker klar: "Wir werden kein Geld ausgeben, das nicht da ist."

In Berlin wurde für die 1,5 Millionen Mitglieder eine Beitragserhöhung um zehn Cent ab dem 1. Januar 2012 beschlossen. Altenburgs Vorgänger Georg von Waldenfels hatte vor der Wahl noch versucht, eine Erhöhung um 20 Cent durchzusetzen und war damit gescheitert.

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