Auf Tommy Haas wartet in Florida das Duell mit der Nummer eins. Er ist zuversichtlich - und will einen Makel beseitigen.

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Miami/München - Die Belohnung für Tommy Haas folgte auf dem Fuße.

Kaum war die deutsche Nummer eins beim Hartplatzturnier in Miami ins Achtelfinale eingezogen, da stand auch schon die erste Gratulantin in einer schicken weißen Bluse bereit.

Die knapp zweieinhalbjährige Tochter Valentina umarmte ihren Papa noch auf dem Court ganz innig - und der ewige Tommy strahlte mit der Sonne Floridas um die Wette.

Die Nummer eins wartet

Im Crandon Park wartet auf Haas nach dem 6:3, 6:2 gegen den Ukrainer Alexander Dolgopolow jetzt aber die Herausforderung schlechthin: Novak Djokovic, die Nummer eins der Welt (Mi., ab 5.35 im TV auf SPORT1+).

"Das sind die Matches, für die ich spiele, das ist klar. Centre Court und so, besser geht es nicht", sagte Haas, der erstmals seit 2001 das Achtelfinale von Miami erreichte (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Nachdem sich Angelique Kerber und Tobias Kamke in Runde drei verabschiedet haben, ist es wieder einmal Tommy Haas, der die deutsche Fahne im Sunshine State hochhält.

Ausgerechnet in Florida, der einstigen Wahlheimat des 34-Jährigen. "Ich hab hier nie gut gespielt, das ist so ein bisschen das Becker-Syndrom."

Ein alter Hase

Auch Boris Becker sei in Miami schließlich nie so erfolgreich gewesen. Haas will es nun besser machen: "Es war eines meiner Ziele, gerade hier, wo ich so viel Zeit verbracht habe und viele Freunde habe, noch einmal gut zu spielen", meinte der Weltranglisten-18.

Mit seiner Rolle als Routinier kokettiert Haas, der am 3. April 35 Jahre alt wird, mittlerweile sogar ein bisschen. "Wo ich immer ein bisschen schmunzeln muss, ist, wenn die die Spieler vor dem Match vorstellen.

Der 24-jährige Dolgopolow aus der Ukraine - da denke ich immer: Wow, ich bin doch zehn Jahre älter", sagte der gebürtige Hamburger. Wenn es dann aber losgeht, ist das Alter bekanntermaßen egal: "Da geht es nur noch darum, wer als Sieger vom Platz geht."

Gegen den "Djoker" nicht chancenlos

Gegen den topgesetzten Djokovic rechnet sich Haas trotz nur zwei Siegen in den bisherigen sechs Vergleichen durchaus Chancen aus.

"Man muss in den richtigen Momenten zuschlagen, bei den Big Points stark sein. Da kann man nicht einfach so einen Punkt abgeben", sagte Haas. Letztes Jahr in Toronto unterlag der Deutsche dem Serben knapp in drei Sätzen.

Haas: "Das war eng. Er hat damals in der wichtigen Phase konstanter gespielt. Ich muss versuchen, auf meine Chance zu warten."

Die deutsche Nummer eins jedenfalls fühlt sich in Miami pudelwohl. Und der Sieg gegen Dolgopolow kam auch aus einem anderen Grund gerade recht.

"Einer meiner besten Freunde kommt erst am Dienstag zurück. Jetzt kann er sich noch ein Match von mir anschauen: Gegen Djokovic auf dem Centre Court." Was will man mehr?