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Andy Roddick war 2003 für 13 Wochen die Nummer eins der ATP-Weltrangliste © getty

Die Situation in Dubai ist weiter angespannt. Venus Williams kritisiert die Veranstalter, Andy Roddick sagt seine Teilnahme ab.

Dubai - Mit einem Eklat bei der Siegehrung des WTA-Turniers in Dubai ist der Streit um die verweigerte Visa-Vergabe (Eklat beim WTA-Turnier) an die Israelin Shahar Peer weiter eskaliert.

Die Amerikanerin Venus Williams kritisierte in ihrer Siegesrede nach dem 6:4, 6:2-Finalerfolg gegen die Französin Virginie Razzano die Veranstalter ungewöhnlich scharf.

"Es ist eine Schande, dass eine von uns nicht hier sein kann", sagte Williams und verglich das Vorgehen der Veranstalter, die "aus politischen und sicherheitstechnischen Gründen" der Israeli die Einreise nach Dubai verweigerten, mit der Diskriminierung der ersten schwarzen Wimbledonsiegerin Althea Gibson in den 50er Jahren: "Ich habe auch an sie gedacht und die Leute, die gegen die Diskriminierung Gibsons gekämpft haben."

Roddick zeigt Solidarität

Ebenfalls Stellung bezog Andy Roddick, der das in der kommenden Woche beginnende Männer-Turnier im Vorjahr gewonnen hatte.

Zwar haben die Veranstalter mittlerweile Peers Landsmann Andy Ram per "Sondererlaubnis" ein Einreise-Visum erlaubt, doch sagte der US-Profi seine Teilnahme wegen des Skandals um Peer ab.

"Ich bin nicht mit dem einverstanden, was da passiert ist. Es ist falsch, dass sich Sport und Politik in diesem Maß vermischen", sagte Roddick.

"Haben nichts falsch gemacht"

Unterdessen scheinen die Veranstalter die Tragweite der Auseinandersetzung unterschätzt zu haben. (Veranstalter in Dubai lenken ein)

Turnierdirektor Salah Tahlak teilte mit, dass man sich noch nicht entschlossen habe, ob man sich bei Peer entschuldige.

"Wir haben nichts falsch gemacht. Wir hatten unsere Gründe. Außerdem können wir nichts dafür, dass unsere Ministerien Frau Peer kein Visa gegeben haben", sagte Tahlak.

Dubai unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Israel.

WTA stelt Bedingungen

Dagegen hat der Tennis-Weltverband der Damen WTA bereits reagiert und gegen die Veranstalter eine Rekordstrafe verhängt.

Neben einer Rekordgeldstrafe von 300.000 Euro muss sich das Organisations-Komitee von Dubai verpflichten, im kommenden Juli eine finanzielle Garantie in Höhe von zwei Millionen Dollar zu hinterlegen, damit das Turnier auch 2010 im WTA-Kalender bleibt.

Zudem verlangt die WTA bis spätestens acht Wochen vor Turnierstart eine Bestätigung, dass alle qualifizierten Spielerinnen auch antreten dürfen. Sollten Peer im kommenden Jahr die Weltranglistenpunkte für die Hauptrunden-Teilnahme fehlen, steht ihr eine Wildcard zu.

Ausgleich für Peer und Grönefeld

"Wir wollen mit den Sanktionen klar machen, dass wir auf unserer Tour Diskriminierungen jeglicher Art nicht tolerieren. Wir werden eine Situation wie in der vergangenen Woche niemals erlauben, weder in den Vereinigten Arabischen Emiraten, noch sonstwo", teilte die WTA am Samstag mit.

Von dem 300.000-Euro-Strafgeld erhält Peer einen finanziellen Ausgleich, der auch ihrer deutschen Doppel-Partnerin Anna-Lena Grönefeld zusteht.

Gemäß ihres durchschnittlichen Preisgeldes pro Turnier 2008 wurden Peer 44.250 Dollar zugesprochen, Grönefeld kassiert wegen des entgangenen Doppel-Starts 7950 Dollar.

Der Rest der 300.000 Dollar kommt gemeinnützigen Zwecken zugute.

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