In seiner Sport1.de-Kolumne erzählt Jaan Frederik Brunken von seiner erlittenen Verletzung und wie er den Schreck verarbeitete.

Liebe Tennis-Freunde,

ich dachte eigentlich, dass ich mit dem Thema Verletzung erstmal durch wäre. Aber falsch gedacht.

Es hat mich erneut erwischt. Vom Deutschen Tennis-Bund hatte ich für das ATP-Challenger von Wolfsburg eine Wild-Card bekommen. Doch bereits in Runde eins war Schluss.

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In meinem ersten Einzel gegen den Italiener Andrea Stoppini, der auf der Weltrangliste an Position 206 liegt, bin ich beim Stand von 3:6 und 3:2 umgeknickt.

Adrenalin verdrängen zunächst Höllenschmerzen

Im ersten Moment dachte ich mein Fuß wäre ab- es waren Höllenschmerzen. Da lag ich dann 5 Minuten auf dem Platz und hab mich vom Physio behandeln lassen, die Schmerzen sind dann auch irgendwie besser geworden, wieso kann ich mir auch nicht erklären. Ich denk mal es war das Adrenalin oder so.

Ich hab dann noch weitergespielt obwohl ich nicht mehr richtig laufen konnte, aber mein Gegner hatte wohl seinen Rhythmus verloren und spielte ziemlich schlecht. Ich zog sogar noch auf 5:3 davon, konnte aber dann keinen Schritt mehr laufen und verlor den Satz 5:7.

Fast-Food nach der Diasgnose

Am selben Abend bin ich mit meinem Trainer Björn Jacob in die Notaufnahme nach Hannover ins Agnes-Carl Krankenhaus gefahren. Dort wurde ich dann geröngt und dann kam die Hiobsbotschaft: Außenbandriss.

Björn und ich saßen mit dem Arzt im Raum und konnten es beide nicht fassen, das war eine komische Stimmung wirklich im Keller, keiner hat was gesagt.

Mit Krücken und einer Schiene für mein rechten Fuß bin ich dann wieder aus dem Krankenhaus raus, und erstmal zu McDonalds: Frustfressen. Naja, jetzt ist der erste Schreck vorüber und jetzt geht's los mit Reha-Maßnahmen.

Ich war überrascht, wie schnell die Nachricht bei meinen Freunden verbreitete und auf diesem Weg nochmal danke für euer Mitleid, obwohl ich eigentlich keines will. Also macht euch keine Sorgen, die paar Wochen Pause hauen mich auch nicht um, ich komm wieder. Aber dann richtig?

Gruß Jaan

Jaan Frederik Brunken, 18, spielt im C-Kader des DTB und ist eines der hoffnungsvollsten Talente im deutschen Tennis. Er kommt aus Verden und gehörte zu den besten Juniorenspielern der Welt. Brunken trainierte zuletzt viel mit dem Profi Nicolas Kiefer und wird seit einigen Monaten auch von dessen Trainer Sascha Nensel betreut.

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