Der dreimalige Wimbledonsieger Boris Becker hat den Deutschen Tennis Bund (DTB) kritisiert und den deutschen Spitzenspielern das Zeug zu einem Grand-Slam-Sieger abgesprochen. "Es sind unglückliche Zustände im deutschen Tennis und im Verband", sagte Becker im Gespräch mit "Sport Bild": "Wir brauchen ein zukunftsorientiertes System. Das sehe ich im Moment nicht."

Dabei habe Tennis in Deutschland nach wie vor ein Riesenpotenzial: "Es müsste ein neuer Sportdirektor her, der alles steuert, inklusive Kaderplanung und Trainerauswahl. Leider kochen zu viele ihr eigenes Süppchen."

Becker selbst, einst Sportwart und Davis-Cup-Teamchef des DTB, steht für ein Amt im Verband derzeit nicht zur Verfügung: "Da passe ich momentan nicht hin." Dabei, so Becker weiter, sei er ja unter anderem in seinen fünf Jahren als Turnierdirektor in Hamburg "durchaus erfolgreich" gewesen: "Dafür hat man sich auch nicht wirklich bedankt bei mir."

Die deutschen Spieler wie Philipp Kohlschreiber, Philipp Petzschner oder Florian Mayer hält Becker zwar für einigermaßen talentiert, aber: "Bei großen Turnieren fehlt etwas. Über zwei Wochen kann keiner Weltklasseniveau halten."

Nach wie vor hofft der 42-Jährige auf ein Comeback des langzeitverletzten Tommy Haas: "So einen Abgang hat er nicht verdient. Aber eine Hüft-OP ist ein schwerer Eingriff. Das ist ein sehr langer Weg zurück."

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