Florian Mayer hat kurz vor dem Start von Wimbledon das Geheimnis seiner sechsmonatigen Pause 2008 gelüftet.

Der Weltranglisten-18. litt vor drei Jahren am Burnout-Syndrom.

"Ich fühlte mich müde, hatte zu nix mehr Lust. Alles war nur noch anstrengend", sagte Mayer der "Bild am Sonntag".

Aus dem tiefen Loch kam der 27-Jährige, der Anfang 2009 nur noch auf Ranglistenplatz 450 geführt wurde, auch mit Hilfe von Mental-Trainer Holger Fischer heraus.

Rückblickend sieht Mayer, im Mai mit Deutschland Gewinner beim Power Horse World Team Cup in Düsseldorf, den einsetzenden Rummel um seine Person nach dem Erreichen des Wimbledon-Viertelfinals 2004 als Auslöser der Krankheit.

"Plötzlich brach alles über mich herein. Der ganze Hype...", sagte Mayer.

Die Auszeit damals sei genau das Richtige gewesen. Inzwischen fühlt sich die deutsche Nummer eins "ganz klar im Kopf".

Nicht zuletzt, weil Mayer auch mit Hilfe seines Trainers Tobias Summerer seine Einstellung geändert hat.

"Früher war ich oft zu nett auf dem Platz. Dabei geht es auf der Tour knallhart zu. Jetzt nehme ich den Kampf Mann gegen Mann an, gehe ans Limit", berichtete der 1,90-m-Schlaks.

Mit den Top 10 liebäugelt Mayer ("So viel Druck will ich mir nicht machen") allenfalls heimlich. Andererseits sagt er auch: "Die ersten Vier der Weltrangliste sind schon eine Liga für sich. Aber dahinter traue ich mir zu, jeden zu schlagen."

Träume hat der Davis-Cup-Spieler auch.

Mayer: "Sportlich: Wimbledon gewinnen. Privat: Glücklich sein und eine Familie gründen. Glücklich bin ich übrigens schon..."

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